(Toulouse / Frankreich) – Der französische Luftfahrtkonzern Airbus hat auf seiner Hausmesse „Airbus Summit“ das Festhalten an der Entwicklung von Wasserstoffantrieben bekräftigt und stellte weitere Pläne und Technologien für Wasserstoffflugzeuge vor.

Airbus stellte in Toulouse seine Pläne für ein globales Wasserstoffnetzwerk für den Flugbetrieb vor, an dem rund zwei Dutzend Kooperationspartner und zahlreiche Flughäfen beteiligt sind oder werden sollen (Stand März 2025). © Airbus SE

„Vollelektrische Flugzeuge, die mit Brennstoffzellen betrieben werden, haben das Potenzial, die nachhaltige Luftfahrt zu ergänzen“, sagte Bruno Fichefeux, Head of Future Programmes bei Airbus. Präsentiert wurde das Konzept eines Wasserstoffflugzeugs, das mit vier elektrischen Motoren à zwei Megawatt ausgestattet ist, die jeweils von einem Brennstoffzellensystem angetrieben werden. Die Versorgung erfolge über zwei Flüssigwasserstofftanks. Das Konzept werde „in den kommenden Jahren weiter verfeinert“.

Leistungsdichte für ein Verkehrsflugzeug

In den letzten fünf Jahren habe man mehrere Wasserstoffantriebskonzepte untersucht, „bevor wir uns für dieses vollelektrische Konzept entschieden haben“, so Glenn Llewellyn, Leiter des „ZeroE“-Projekts bei Airbus. „Wir sind zuversichtlich, dass es die nötige Leistungsdichte für ein Verkehrsflugzeug bietet“ und weiterentwickelt werden könne. In den kommenden Jahren werden wir uns auf die Weiterentwicklung der Speicher-, Verteilungs- und Antriebssysteme konzentrieren und uns gleichzeitig für die rechtlichen Rahmenbedingungen einsetzen, die notwendig sind, damit diese Flugzeuge fliegen können.“

Das von Airbus in Zusammenarbeit mit Air Liquide Advanced Technologies in Grenoble, Frankreich, entwickelte Testzentrum „Liquid Hydrogen Bread Board“ (LH2BB): Hier soll das Zusammenspiel von Flüssigwasserstoff und dessen Verteilung getestet werden. © Airbus SAS

Einige Medien hatten jüngst gemutmaßt, Airbus habe sich von seinem „ZeroE“-Projekt verabschiedet, mit dem die Technologien für den wasserstoffbetriebenen Flug zur kommerziellen Reife gebracht werden soll – Spekulationen indes, die nicht auf stabilen Erkenntnissen basieren konnten. Denn die F&E-Aktivitäten von Airbus haben bereits einen langen Vorlauf. Bei der ersten Präsentation von ZeroE im Jahr 2020 hatte der Luft- und Raumfahrtkonzern drei Konzepte für mit Wasserstoff betriebene Verkehrsflugzeuge vorgestellt. 2023 demonstrierte Airbus ein 1,2-Megawatt-Wasserstoffantriebssystem. Im Jahr 2024 wurden die End-to-End-Tests eines integrierten Brennstoffzellenstapels, von Elektromotoren, Getrieben, Wechselrichtern und Wärmetauschern abgeschlossen.

Um die Handhabung und Verteilung von Flüssigwasserstoff im Flug zu bewältigen, hat Airbus in Zusammenarbeit mit Air Liquide Advanced Technologies das „Liquid Hydrogen Bread Board“ (LH2BB) im französischen Grenoble entwickelt. Bodentests seien für 2027 im „Electric Aircraft Systems“-Testzentrum in Ottobrunn bei München geplant, das Airbus 2019 in Betrieb genommen hatte.

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Rendering einer mit Wasserstoff betriebenen viermotorigen Turboprop-Maschine aus dem ZeroE-Programm von Airbus. © Airbus SAS