Paris/Issy-les-Moulineaux. Der französische Energieversorger Engie und die Ariane Group haben ein Kooperationsabkommen auf dem Gebiet des erneuerbaren flüssigen Wasserstoffs angekündigt. Ziel sei es, die Dekarbonisierung von Schwerlast- und Langstreckentransporten etwa für den See- und Schienenverkehr sowie in der Luft- und Raumfahrt zu beschleunigen.

Dazu wollen die Konzerne ihr Fachwissen und ihre Technologien gemeinsam nutzen, um einen Wasserstoffverflüssiger in der Industrieanlage der Ariane Group in Vernon (Frankreich) zu entwickeln, zu erproben und zu optimieren. Überdies sollen
„eine Reihe von Produkten und Dienstleistungen auf der Flüssigwasserstofflinie entwickelt“ werden, hauptsächlich für Anwendungen im See- und Binnenschifffahrtsbereich. Details wurden nicht genannt.

Ariane Group ist ein Joint Venture des europäischen Luft- und Raumfahrtunternehmens Airbus Group und des französischen Technologie- und Rüstungskonzerns Safran SA. Es entwickelt auf flüssigem Wasserstoff basierende Antriebssysteme und die zugehörigen Bodeneinrichtungen. Die Ariane Group betreibt am Standort Vernon das größte Wasserstofftestzentrum Europas. Nach Angaben des Geschäftsführers André-Hubert Roussel sei die Ariane Group aufgrund ihrer Technologie für Raketentriebwerke „eines der wenigen Unternehmen weltweit, das über fundiertes Know-how bei Systemen und Lösungen auf der Basis von flüssigem Wasserstoff“ verfüge.

Engie bringt demgegenüber sein Fachwissen im Bereich Flüssiggase in das F&E-Programm ein. Der Energieversorger arbeitet eigenen Angaben zufolge bereits mit dem Bergbauunternehmen Anglo American an der Entwicklung des ersten wasserstoffbetriebenen Minen-Lastwagens. Engie hatte auch den regionalen Personenzug „Coradia iLint“ von Alstom bei Tests in den Niederlanden mit erneuerbarem Wasserstoff betankt.

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https://www.engie.com/en/journalists/press-releases/arianegroup-renewable-liquid-hydrogen

Foto
Start von Ariane 5 im Juli 2018 in Kourou, Guyana / © Ariane Group