(Tokio / Japan) – Kawasaki Heavy Industries, Ltd. (KHI) hat mit dem Bau einer Wasserstoff-Verflüssigungsanlage am LH2-Terminal in Kawasaki City auf der Insel Ogishima begonnen. Die Anlage in der Präfektur Kanagawa bei Tokio sei für eine Verflüssigungskapazität von 50 Tonnen pro Tag ausgelegt.

Ausschnitt: Am LH2-Terminal In Kawasaki City entstehen ein 50.000 Kubikmeter fassender Speicher für verflüssigten Wasserstoff sowie Anlagen für den Umschlag mit Be- und Entladung nebst weiteren Komponenten. © Kawasaki Heavy Industries, Ltd.

Das Terminal wird von Japan Suiso Energy, Ltd. (JSE) gebaut, einem 2021 von KHI mit rund einem halben Dutzend Unternehmen und Investoren gegründeten Joint Ventures. Dessen Ziel ist der Aufbau einer Lieferkette für flüssigen Wasserstoff. Bei einer Verflüssigung auf minus 253 Grad Celsius reduziert sich das Volumen des Energieträger erheblich um etwa das 1/800-Fache auf etwa 14,1 Liter pro Kilogramm. Gasförmig sind es unter Normalbedingungen pro Kilogramm etwa 11,24 Kubikmeter, mithin 11.240 Liter. Die Verflüssigung mache Wasserstoff für großvolumige Langstreckenspeicherung und -transporte geeignet.

Grafische Darstellung des Wasserstoff-Verflüssigers für den LH2-Terminal. © Kawasaki Heavy Industries, Ltd.

Zur Kernausrüstung der Anlage gehöre laut KWI ein Verflüssiger (Liquefier), der Wasserstoff auf die kryogenen Temperaturen abkühlt. Dieser umfasse Wärmetauscher, Expansionsturbinen, Rohrleitungen, Ventile und weitere Komponenten, um eine hohe Wärmedämmleistung und stabilen Betrieb zu erreichen. 2013 entwickelte das Unternehmen einen Prototyp des Liquefiers. 2020 wurde Kawasaki der erste japanische Hersteller, der einen Wasserstoff-Verflüssiger mit einer Produktionskapazität von fünf Tonnen pro Tag auf den Markt brachte. Die nun entwickelte Anlage erreiche den Angaben zufolge „eine der weltweit höchsten Verflüssigungseffizienz“. Der Grundstein für die neue Anlage wurde im November 2025 gelegt. Die Fertigstellung sei Ende 2028 geplant, die Inbetriebnahme für 2030. Das Demonstrationsvorhaben wird vom „Green Innovation Fund“ der japanischen Forschungseinrichtung New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO) gefördert.

Erster Tanker für flüssigen Wasserstoff

Bereits 2021 hatte Kawasaki Heavy Industries den weltweit ersten Tanker für flüssigen Wasserstoff in Betrieb genommen. Die Kapazität liegt bei 1.250 Kubikmetern. Die 116 Meter lange „Suiso Frontier“ war eigens für das Pilotprojekt gebaut worden und im Dezember 2021 in Kobe mit Kurs auf Australien gestartet. Im Januar 2022 stach das Schiff von dort aus wieder in See und nahm von Hastings, Bundesstaat Victoria, Kurs zurück nach Japan (wir berichteten). Der Transport war Teil des australisch-japanischen Pilotprojekts „Hydrogen Energy Supply Chain“ (HESC), dass die beiden Länder seinerzeit mit 500 Millionen australischen Dollar (315 Millionen Euro) finanzierten. 

Rendering des geplanten Wasserstofftankers mit einer Kapazität von 40.000 Kubikmetern. © Kawasaki Heavy Industries, Ltd.

Im Januar 2026 wurde Japan Suiso Energy, mit der Konstruktion eines 40.000 Kubikmeter fassenden Tankers für Flüssigwasserstoff beauftragt. Das Schiff werde im Sakaide-Werk in Kawasaki gebaut. JSE fungiere auch als späterer Betreiber. Ziel sei, die Machbarkeit einer kommerziellen Lieferkette einschließlich das Be- und Entladen von verflüssigtem Wasserstoff an einem Terminal sowie den großvolumigen Transport unter Hochseebedingungen zu demonstrieren. 

Das elektrische Antriebssystem werde mit einem Dual-Fuel-Generator für Wasserstoff und herkömmlichen Schiffsdiesel ausgestattet. Die Gesamtlänge liege bei 250 Metern, die Breite bei 35 Metern. Der Tiefgang mit Beladung betrage 8,50 Meter, die Geschwindigkeit etwa 18 Knoten (mehr dazu). Angaben zur geplanten Fertigstellung oder Inbetriebnahme machte das Unternehmen nicht.

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Konzeptstudie der von Kawasaki geplanten Wasserstoff-Verflüssigungsanlage (im Bereich rechts oben) mit LH2-Terminal. © Japan Suiso Energy, Ltd.