Finnland: Unterirdische Wasserstoff-Speicherung ist auch in kristallinem Grundgestein möglich (Studie) +++ Deutschland: 2,18 Millionen Euro Fördermittel für Verbundprojekt HYDRA an der Hochschule Kaiserslautern +++ Schweden: Power Cell und Bosch entwickeln FC-Projekte zur stationären Stromerzeugung +++ Türkei: Aufbau der Wasserstoff-Wirtschaft mit EU-Mitteln +++ Deutschland: Giga Storage und Amprion schließen Vertrag für 1,4-GWh-Stromspeicher

Eine Auswahl von PtX-Themen zusammengefasst

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Unterirdische Wasserstoffspeicherung ist auch in kristallinem Grundgestein möglich. © VTT

(Finnland) Unterirdische Wasserstoff-Speicherung ist nicht nur in Salzkavernen, sondern auch in kristallinem Grundgestein möglich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie „Hydrogen Underground“ (HUG) des Technischen Forschungszentrums VTT und des Geologischen Dienstes GTK des Landes. Die Ergebnisse seien für Finnland „höchst relevant“, wolle es doch eine der führenden Wasserstoff-Wirtschaften Europas werden, verfüge aber – anders als viele andere europäische Länder – nicht über unterirdische Salzhöhlen. Das Konsortium, an dem 18 Unternehmen aus der finnischen Wertschöpfungskette beteiligt sind, schätzt, dass der Bau eines 40.000 Kubikmeter großen Speichers etwa 30 Millionen Euro kosten würde. „Die Ergebnisse bilden eine solide Grundlage für die Entwicklung großflächiger Speicher als integralen Bestandteil zukünftiger Wasserstoff-Systeme“, sagt Satu Sipola, Vizepräsident für Wasserstoff und Power-to-X bei Fortum Power and Heat. „Wir bereiten nun die nächste Forschungsphase mit dem Industriekonsortium vor und wollen die Entwicklung einer Pilotanlage und eines replizierbaren Speicherkonzepts für eine breitere Nutzung ermöglichen“, sagt Jutta Nyblom, verantwortlich für die industrielle Zusammenarbeit im Projekt und die Vorbereitung der Initiative bei VTT. Die Studie „Hydrogen Underground“ gibt es online als PDF (88 Seiten).

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Der Minister für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima des Landes Rheinland-Pfalz Michael Ebling übergab im September die Förderbescheide an das HYDRA-Team. © Hochschule Kaiserslautern / Martin Koch Photography 

(Deutschland) Die Hochschule Kaiserslautern untersucht mit dem Fachgebiet Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung (WWHK), dem Institut für Oberflächen- und Schichttechnik GmbH (IFOS) und dem Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit (LBF), wie Wasserstoff metallische Bauteile schädigt und wie sich die Risiken bewerten lassen. Materialien, die mit Wasserstoff in Kontakt kommen wie Rohrleitungen, Speicher und Ventile könnten die Metalle spröde machen. Dadurch verlören sie einen Teil ihrer Widerstandsfähigkeit und könnten unter Belastung plötzlich brechen. Die Gründe seien bislang noch nicht vollständig geklärt. Im Rahmen des Projekts analysieren die Forscher, wie sich der Wasserstoff im Metall verteile, welche Veränderungen er im Inneren des Werkstoffs verursache und wie dadurch Schäden entstünden. Auf dieser Grundlage wollen sie zuverlässige Methoden entwickeln, um das Risiko solcher Schäden zu bewerten und vorherzusagen, wann metallische Bauteile durch Wasserstoff versagen könnten. Das Projekt läuft bis zum 30. Juni 2028. Die EU und das Bundesland Rheinland-Pfalz fördern das Verbundprojekt HYDRA (HYdrogen-related Damage Risk Assessment) mit rund 2,18 Millionen Euro. Die Gesamtkosten werden auf 2,25 Millionen Euro beziffert.

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Die „190 Power System“-Plattform von Power Cell mit einer Leistung von 190 Kilowatt wiegt 330 Kilo und integriert Bosch-Technologie. © Power Cell AS

(Schweden) Die Power Cell Group und Bosch Mobility wollen Projekte zur stationären Stromerzeugung mit einer Leistung von mindestens 15 Megawatt entwickeln. Basis sei die Brennstoffzellen-Plattform „PS190“, die bereits Bosch-Technology integriert. Power Cell gewähre zusätzliche Technologielizenzrechte für gemeinsam mit Bosch durchgeführte Aktivitäten und erhalte dafür fünf Millionen Euro. Eine endgültige Vereinbarung soll im vierten Quartal 2026 unterzeichnet werden. „Wir sehen eine wachsende Nachfrage nach größeren Brennstoffzellenanlagen“, sagt Richard Berkling, CEO der Power Cell Group. Aus Sicht von Bosch bestehe das Potenzial für die Brennstoffzellen-Technologie, „den steigenden Strombedarf in Rechenzentren und Versorgungsanwendungen zu decken“, sagt Thilo A. Mueller, SVP Geschäftseinheit Fuel Cell Mobility Solutions.

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Kick-Off-Meeting der Konsortialpartner in Ankara zum gemeinsamen Projektstart für den Aufbau einer Wasserstoff-Wirtschaft in der Türkei. © Sistem Global

(Türkei) In einem auf drei Jahre angelegten Projekt will die Türkei ihre Wasserstoff-Wirtschaft ausbauen. Das „Boosting Green and Low Carbon Hydrogen in Türkiye“ genannte Vorhaben solle die technischen, regulatorischen und strategischen Grundlagen dafür schaffen, heißt es beim Konsortialpartner Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO). An dem internationalen Projekt sind zudem das türkische Beratungsunternehmen Sistem Global beteiligt, das spanische Forschungs- und Technologiezentrum LEITAT sowie die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien (IEG). In enger Zusammenarbeit mit dem türkischen Energiekonzern BOTAS und weiteren Akteuren entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette sollen ein Ökosystem für grünen und kohlenstoffarmen Wasserstoff in dem Land aufgebaut, technische und institutionelle Kapazitäten gestärkt und eine fachliche sowie strategische Grundlage zur Entwicklung und zu Investitionen in die Wasserstoff-Infrastruktur geschaffen werden. Im Mittelpunkt stünden Speicherung und Transport des Energieträgers, Netzplanung, Regulierung und Kompetenzaufbau nebst Entwicklung eines nationalen Wasserstoff-Netzmasterplans. Das Vorhaben wird von der EU finanziert.

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Visualisierung des Großspeichers von Giga Storage in Niedersachsen. © Giga Storage

(Deutschland) Das niederländische Energieunternehmen Giga Storage hat eine Vereinbarung zur Anbindung des Batteriespeichersystems Albatross an das 380-kV-Netz des Übertragungsnetzbetreibers Amprion GmbH unterzeichnet. Mit dem gesicherten Netzanschluss rücke das Projekt der Bau- und Betriebsphase einen Schritt näher. Der 350-Megawatt-Großspeicher (BESS) habe eine Kapazität von 1.400 Megawattstunden und soll in der Samtgemeinde Neuenkirchen in Niedersachsen neben dem Umspannwerk Merzen von Amprion entstehen. Er speichere Strom aus erneuerbaren Energien, wenn dieser verfügbar sei, und speise ihn bei Bedarf ins Netz zurück. Die Inbetriebnahme ist für 2028 geplant. Erst vor wenigen Tagen hatte der schwedische Energiekonzern Vattenfall SE die US-amerikanische Fluence Energy, Inc. mit der Lieferung eines 1.000-MWh-Großspeichers in Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) beauftragt (mehr dazu). Großspeicher für Strom aus erneuerbaren Energien sind auch für die grüne Wasserstoff-Wirtschaft elementar.

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iStock / © Danil Melekhin