(Leipzig / Deutschland) – Die BMW Group testet im Werk Leipzig einen 18-Tonnen-Lkw mit Wasserstoffverbrenner. Der Antrieb basiere auf einem Diesel-Kolbenmotor und sei in bestehende Fahrzeug- und Wartungsstrukturen leicht integrierbar. Die Erprobung erfolge sowohl auf längeren Transportstrecken als auch im Dreischichtbetrieb im Werksumfeld.

Mit dem Wasserstoffverbrenner will man alternative Lkw-Antriebe im realen Betrieb auf die Straße bringen. © BMW Group
Das Fahrzeug beliefere zum einen die Abteilung „Technologie Exterieur Komponenten“ (TEK) mit Kunststoffteilen wie Stoßfängern und Spoilern. Die Fahrzeugmontage wiederum werde just-in-time mit Teilen aus der TEK beliefert. „Die Logistik ist das Rückgrat unserer Produktion“, sagt Dirk Wiedmann, Leiter Produktionsnetzwerk und Logistik BMW Group. „Erstmalig in der deutschen Automobilproduktion setzen wir einen Lkw mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor im Regelbetrieb ein.“ Man verfolge einen „technologieoffenen und datenbasierten Ansatz“, um geeignete alternative Lkw-Antriebe zu finden und sammle Praxiserfahrungen im realen Betrieb.

Deutz entwickelte den Motor, die Rudolph Logistik Gruppe betreibt den H2-Lkw und Teal Mobility errichtete die nötigen Wasserstofftankstellen. © BMW Group
Wasserstoffverbrenner eigneten sich besonders bei hohen täglichen Fahrleistungen, im Mehrschichtbetrieb oder bei besonderen infrastrukturellen Anforderungen. die kurze Betankungsdauer reduziere Standzeiten. Im Vergleich zur Brennstoffzelle sei der Wasserstoffmotor gegenüber unterschiedlichen Wasserstoffqualitäten deutlich weniger empfindlich. Damit sei eine höhere Verfügbarkeit garantiert. Zugleich könne ein Wasserstoff-Lkw in Regionen eingesetzt werden, in denen keine ausreichende Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge oder kein leistungsfähiger Netzanschluss zur Verfügung stehe.
Das Vorhaben im Leipziger BMW-Werk ist Teil des Forschungs- und Entwicklungsprojekts „Hydrogen Combustion Engine Trucks“ (HyCET) des Bundesverkehrsministeriums. Der Motor wurden von der Kölner Deutz AG entwickelt, die hessische Rudolph Logistik Gruppe SE & Co. KG betreibt den H2-Lkw und Teal Mobility, ein 2024 gegründetes Joint Venture von Air Liquide und Total Energies, errichtete die nötigen Wasserstofftankstellen. Teal Mobility will in den nächsten zehn Jahren ein länderübergreifendes europäisches Netz unter der Marke Total Energies mit mehr als 100 Wasserstofftankstellen schaffen.
Das Konsortium erarbeitet unter Leitung von BMW Kompetenzen in der Fahrzeugentwicklung, dem Aufbau der erforderlichen Infrastruktur und dem praktischen Logistikbetrieb. Ziel sei es, belastbare Daten für die technische, operative, ökologische und wirtschaftliche Bewertung zu gewinnen und geeignete Einsatzbereiche für Wasserstoff-Lkw zu identifizieren.
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Beladung: BMW Group erprobt Lkw mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor in der Logistik im Werk Leipzig. © BMW Group



