(Hamburg / Deutschland) – Die Tesa Werk Hamburg GmbH wird künftig mit grünem Wasserstoff versorgt. Einer Vereinbarung zufolge liefert die EWE Hydrogen AG ab 2028 jährlich 500 Tonnen und decke damit den geplanten Bedarf der norddeutschen Fabrik des Herstellers von Klebebändern.

Vor einem der beiden H2-ready Dual-Fuel-Dampfkessel im Tesa-Werk Hamburg (v. l.): Tobias Moldenhauer (Leiter Wasserstoff bei EWE), Stefan Dohler (EWE-CEO), Kourosh Bahrami (Tesa-CEO), Hendrik Hundoegger (General Manager des Tesa-Werks Hamburg). © EWE AG / © Anna Juretzka
Der Energieträger solle dort zur Dampferzeugung eingesetzt werden. Einer von zwei Dual-Fuel-Dampfkesseln sei bereits installiert und angeschlossen. Mit deren Nutzung sollen die Emissionen des Werks um rund 6.000 Tonnen CO2 pro Jahr sinken. „Wir wollen unsere Produktion bis 2030 klimaneutral ausrichten und schaffen im Werk Hamburg die technischen Voraussetzungen dafür“, sagt Kourosh Bahrami, CEO der Tesa SE. Grüner Wasserstoff ergänze Elektrifizierung, Wärmespeicherung und intelligente Energiesteuerung dort, wo Prozesswärme nicht vollständig elektrifiziert werden könne.
Tesa investiert weltweit 300 Millionen Euro
Tesa ist in über 100 Ländern aktiv ist und betreibt Werke in Deutschland, Italien, China, den USA und Vietnam. Bis 2030 investiert das Unternehmen den Angaben zufolge rund 300 Millionen Euro in die Transformation seines Geschäfts. Kourosh Bahrami: „Der Vertrag mit EWE ist deshalb nicht nur ein Schritt für unsere Klimaziele, sondern auch für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.“

Baustelle von EWE: In Emden entsteht die 320-Megawatt-Wasserstofferzeugungsanlage. © Arge CHC Ostfriesland
Der für Tesa vorgesehene grüne Wasserstoff wird in der 320-Megawatt-Erzeugungsanlage von EWE in Emden hergestellt, die Ende 2027 in Betrieb gehen soll. Der Transport nach Hamburg-Harburg erfolgt über das entstehende Wasserstoff-Kernnetz. Im April 2026 hatte Tesa Pläne zum Anschluss des Werks an das Wasserstoffindustrienetz HH-WIN der städtischen Hamburger Energienetze GmbH verkündet. Die Stadt fördert das Vorhaben mit 950.000 Euro (mehr dazu).
„Hamburg wird einer der ersten großen Industriestandorte, an dem 2027 eine großflächige Wasserstoffversorgung bereitsteht“, sagt Peter Wolffram, Geschäftsführer des Kunden-Ressorts der Hamburger Energienetze. Der Aufbau von HH-WIN schreite „zügig voran“. Mit einer anfänglichen Leitungslänge von 40 Kilometern im Hafengebiet stelle das Netz die direkte Verbindung zwischen Erzeugern, Importterminals und industriellen Abnehmern her. Bis 2031/32 werde es auf 60 Kilometer anwachsen und weitere Unternehmen erschließen. Es ist Bestandteil des nationalen Wasserstoff-Kernnetzes.
Wasserstoff-Großauftrag auch von der Salzgitter AG

Auf dem Betriebsgelände der Salzgitter Flachstahl GmbH entsteht eine Direktreduktionsanlage zur Herstellung grünen Stahls mittels grünem Wasserstoff. Die Salzgitter AG hat im Juni 2026 einen Vertrag mit EWE zur Lieferung von 10.000 Tonnen des Energieträgers geschlossen. © Salzgitter AG
„Mit Tesa entscheidet sich ein weiterer namhafter Industriekunde für grünen Wasserstoff von EWE“, sagt Geschäftsführer Stefan Dohler. Erst im Juni hatte der Konzern mit der Salzgitter Flachstahl GmbH, einer Tochter der Salzgitter AG, eine langfristige Abnahmevereinbarung getroffen. Demnach liefert der Emdener Energiedienstleister ab 2030 über das Wasserstoff-Kernnetz jährlich 10.000 Tonnen zur umweltschonenden Stahlherstellung im Rahmen des Programms „Salcos“ (Salzgitter Low CO2 Steelmaking). Die Vertragslaufzeit beträgt vorerst sieben Jahre. Damit werde rund 6,5 Prozent des Salcos-Wasserstoffbedarfs gedeckt (mehr dazu).
„Grüner Wasserstoff muss in Deutschland und Europa wettbewerbsfähig produziert und eingesetzt werden können“, sagt EWE-Chef Dohler. „Dafür brauchen Unternehmen langfristige Sicherheit und praktikable Regeln, damit Wasserstoff zugleich die Resilienz unserer Energieversorgung und die Energiesouveränität Europas stärken kann.“ Die ersten Verträge zeigten, dass Unternehmen bereit sind, voranzugehen. „Jetzt müssen wir vom einzelnen Projekt in die Skalierung kommen.“
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Das Tesa Werk in Hamburg erhält ab 2028 grünen Wasserstoff von der EWE Hydrogen GmbH. © Tesa SE



