(Berlin / Deutschland) – Deutschland, Österreich und Luxemburg wollen gemeinsam den Markthochlauf von erneuerbarem strombasiertem Flugtreibstoff (electricity-based Sustainable Aviation Fuel, eSAF) in Europa beschleunigen. Dafür bringen die drei Länder einen Doppelauktionsmechanismus auf den Weg. Deutschland stellt zwei Milliarden Euro bereit, Österreich und Luxemburg jeweils bis zu 60 Millionen Euro.
Finanzierung der Preislücken
Produzenten von eSAF benötigten langfristige Abnahmeverträge, um Investitionsentscheidungen abzusichern, heißt es zur Begründung. Abnehmer schließen Verträge über deutlich kürzere Zeiträume. Diese zeitliche und wirtschaftliche Lücke erschwere bislang den Bau neuer eSAF-Produktionsanlagen. Staatliche Fördermittel glichen die Differenz zwischen den Angebots- und Nachfragepreisen aus. So könnten Investitionsentscheidungen mit langfristigen Produktionsperspektiven verbunden und gleichzeitig ein Markt für die Abnahme des Kraftstoffs entwickelt werden, heißt es im Bundesverkehrsministerium.

Im Dezember 2025 gründeten in Brüssel acht EU-Staaten die „eSAF Early Movers Coalition“ (5.v.r: Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder). © Bundesministerium für Verkehr
Die geförderten eSAF-Mengen sollen entsprechend dem jeweiligen Anteil der eingebrachten Fördermittel in Deutschland, Österreich und Luxemburg in Verkehr gebracht werden. Die drei Länder sind Gründungsmitglieder der im Dezember 2025 gestarteten „eSAF Early Movers’ Coalition“. Weitere Mitglieder sind Finnland, Frankreich, die Niederlande, Portugal und Spanien.
Das Förderprogramm muss von der Europäische Kommission noch beihilferechtlich genehmigt werden. Zwischenzeitlich abgeschlossene Marktkonsultationen als Teil des beihilferechtlich erforderlichen Verfahrens würden das breite Interesse an einem beschleunigten Hochlauf der eSAF-Produktion in Europa bestätigen. Die Ergebnisse sind für Deutschland und Luxemburg online als PDF (jeweils 5 Seiten) abrufbar.
Die 2023 in Brüssel verabschiedete EU-Verordnung „ReFuelEU Aviation“ fordert, dass Flughäfen mit einem Passagieraufkommen von über 800.000 Personen oder einem Frachtverkehr von über 100.000 Tonnen pro Jahr zur Betankung Mindestanteile an eSAF bereitstellen: Ab 2025 ist eine Beimischung von zwei Prozent zum Treibstoff vorgegeben, ab 2050 sind es 70 Prozent. Auch die Schweiz hat seit dem 1. Januar 2026 die Verordnung angenommen. Demnach müssen die Flugkraftstoffanbieter an den Flughäfen Zürich und Genf ebenfalls eSAF beimischen.
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Österreich, Luxemburg und Deutschland fördern eSAF: Bis 2050 muss der Flugkraftstoff auf europäischen Flughäfen 70 Prozent eSAF enthalten. © Austrian Airlines



