Finnland: Cefmof Hydrogen will ein Hydrogen House entwickeln +++ Australien: Electric Hydrogen wird bevorzugter Elektrolyseur-Anbieter für Perdaman +++ Vietnam: TÜV Süd und VPI vereinbaren technische Zusammenarbeit +++ Deutschland: Methanol besser als Wasserstoff (Studie) +++ Dänemark: OMV kauft eMethanol aus der Kassø-Anlage von European Energy und Mitsui +++ Südafrika: Envision und Sasol erarbeiten Konzeptstudie für grünen Wasserstoff +++ USA: SwRI entwickelt Wasserstoffmotor für mittelschwere Nutzfahrzeuge

Eine Auswahl von PtX-Themen zum Wochenabschluss zusammengefasst

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Cefmof erwirbt die Gebäude von Jääskelän Tila und will dort Wasserstoffprojekte entwickeln. © Cefmof / Kiinteistönvälitys Enberg.

(Finnland) Cefmof Hydrogen Oy hat von Jääskelä Innovation Oy die Gebäude des Anwesens Jääskelän Tila im Südosten der Stadt Jyväskylä erworben. Die Historie des heutigen Naherholungsgebiets reicht zurück bis in das 18. Jahrhundert. Der Erwerb werde den öffentlichen Zugang zu den Naturpfaden rund um Jääskelän Tila nicht beeinträchtigen. Cefmof will dort den Angaben zufolge „eine neue Umgebung für praktische Wasserstoffanwendungen und kommerziell orientierte Aktivitäten“ entwickeln. Das Unternehmen plant, die Einrichtungen zu restaurieren, zu renovieren und weiterzuentwickeln. Das „Hydrogen House“-Projekt solle zeigen, wie Wasserstoff produziert, gelagert und in verschiedenen Alltagsanwendungen verwendet werden könne. Cefmof Hydrogen Oy ist eine Tochter der Central Finland Mobility Foundation, die sich auf die Entwicklung von Wasserstoffinfrastruktur, Dienstleistungen und kommerziell orientierte Aktivitäten konzentriert. Cefmof betreibt in Jyväskylä bereits eine Wasserstofftankstelle und hatte jüngst eine schwimmende mit Wasserstoff betriebene Sauna vorgestellt.

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Electric Hydrogen wird bevorzugten Elektrolyseur-Anbieter für Perdamans geplantes Projekt Helios. © Perdaman Group

(Australien) Die Perdaman Group hat Electric Hydrogen als „bevorzugten Elektrolyseanbieter“ für das Projekt „Helios Phase 2“ benannt. Die Anlage soll einst in Karratha (Western Australia) 120 Barrel grünen Wasserstoff pro Tag produzieren. Der Strom stamme aus einem Solarpark mit voraussichtlich einem Gigawatt installierter Leistung. Der Energieträger werde an die künftige Harnstoff- und Ammoniakproduktionsanlage auf der Burrup-Halbinsel nahe Karratha in der Pilbara-Region geliefert. Die Kapazität liege bei jährlich 2,3 Millionen Tonnen. Die Investitionen in das „Ceres“ genannte Vorhaben beliefen sich auf 6,45 Milliarden australische Dollar, so das Unternehmen. Unterstützung gebe es durch Kredite der australischen Regierung in Höhe von etwa 475 Millionen Dollar. Während der Bauphase schaffe man 2.500 Arbeitsplätze. Den Grundstein für eine 30-MW-Solarfarm (Helios Phase 1) hatte Perdaman im März dieses Jahres gelegt.

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TÜV Süd und VPI vereinbaren technische Zusammenarbeit. © VPI Vietnam Petroleum Institute

(Vietnam) Das Erdölinstitut VPI (Vietnam Petroleum Institute) und die Vietnam-Depandance des TÜV Süd wollen zur Unterstützung des Energiewendeprozesses in Vietnam enger zusammenarbeiten. Nach Angaben der offiziellen staatlichen Plattform „Vietnam.vn“ zufolge würden VPI, Teil des staatlichen Öl- und Gaskonzern Vietnam Oil and Gas Group (Petrovietnam), und TÜV bei der Bereitstellung technischer Lösungen kooperieren, die mit Offshore-Windkraft, Netzstrom, Wasserstoff, Kernenergie, Batteriespeichersystemen (BESS), Technologien zur Kohlenstoffabscheidung, -nutzung und -speicherung (CCS/CCUS) sowie Verbundwerkstoffen in Verbindung stehen.

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Energie-Transportkosten pro Kilometer. © TU Berlin / Sceenshot aus der Studie

(Deutschland) Ein klimaneutrales Energiesystem in Europa könnte weitgehend auf direkter Elektrifizierung basieren. Für Anwendungen, die sich auch künftig nicht sinnvoll elektrifizieren lassen – etwa in der Schifffahrt oder Teilen der Chemieindustrie – könne man Methanol statt Wasserstoff nutzen. Dies ist eines der Ergebnisse einer Studie der Berliner Technischen Universität (TU Berlin). Demnach ließen sich – „anders als noch vor wenigen Jahren angenommen“ – inzwischen „deutlich mehr Bereiche direkt elektrifizieren“, etwa durch batterieelektrische Lastwagen oder elektrische Lösungen für die Wärmebereitstellung. Die Gesamtsystemkosten wären nur geringfügig höher, während Methanol deutliche Vorteile bei Transport, Speicherung und Infrastruktur biete. Es sei „wahrscheinlich, dass die Nachfrage nach Wasserstoff deutlich überschätzt wurde“, sagt Tom Brown, Leiter des Fachgebiets „Digitale Transformation in Energiesystemen“ an der TU. „Mit Methanol statt Wasserstoff könnte man die Infrastruktur wesentlich flexibler an die tatsächliche Nachfrage anpassen.“ Während Wasserstoff wegen seiner kleinen Molekülgröße und seiner geringen Dichte lange Pipelines und unterirdische Speicher erfordert, lasse sich flüssiges Methanol mit vergleichsweise geringem Aufwand per Schiff, Bahn, Lkw oder in alten Öl-Pipelines transportieren und in Tanks lagern. Die Studie „A minimal methanol backstop for high-electrification scenarios“ ist im Fachmagazin Joule veröffentlicht.

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OMV bezieht künftig eMethanol aus dem dänischen Kassø. © European Energy Deutschland GmbH

(Dänemark) Die OMV AG bezieht künftig eMethanol aus der Anlage Solar Park Kassø (SPK) in Aabenraa, ein Joint Venture von European Energy (51 Prozent) und Mitsui & Co., Ltd. (49 Prozent). Abnahmemenge und Laufzeit des Vertrages mit dem Kraftstoff- und Chemieunternehmen wurden nicht genannt, doch habe es bereits eine erste Lieferung gegeben. Die Vereinbarung sei nach Angaben von European Energy der vierte öffentlich bekannt gegebene langfristige Abnahmevertrag für in Kassø produziertes eMethanol. Bisher seien Verträge mit A.P. Moller-Maersk, der Lego Group und Novo Nordisk geschlossen worden. Die Anlage wurde im Mai 2025 eingeweiht und verfügt über eine jährliche Produktionskapazität von 42.000 Tonnen. Sie befindet sich direkt neben dem Solarpark Kassø mit einer installierten Leistung von 304 Megawatt. European Energy wurde 2004 in Dänemark gegründet. Seit 20 Jahren ist das Unternehmen auch in Deutschland aktiv mit Niederlassungen in Hamburg, Potsdam, Teuchern, Leipzig und Wiesbaden.

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Erstellen gemeinsam eine Konzeptstudie zur Nutzung grünen Wasserstoffs am Sasol-Standort Sasolburg, Südafrika. © Envision Energy

(Südafrika) Das chinesische Technologieunternehmen Envision Energy und der Chemiekonzern Sasol Ltd. arbeiten gemeinsam an der Designstudie für eine Anlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff am Sasol-Standort Sasolburg in Südafrika. Damit solle untersucht werden, wie erneuerbare Stromerzeugung, Energiespeicher und Elektrolysesysteme in die dortigen betrieblichen Anforderungen integriert werden könnten. Das Ergebnis wird noch in diesem Jahr erwartet und werde „technische sowie wirtschaftliche Erkenntnisse liefern, um potenzielle zukünftige Investitionsentscheidungen“ zu unterstützen. Sasol prüft derzeit Möglichkeiten, seine bestehenden industriellen Kapazitäten und Infrastruktur für neue Technologien zu nutzen.

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Das Southwest Research Institute hat einen für mittelschwere Nutzfahrzeuge konzipierten Wasserstoff-Verbrennungsmotor entwickelt. © SwRI

(USA) Das Southwest Research Institute (SwRI) in San Antonio, Texas, hat die Entwicklung eines Wasserstoff-Verbrennungsmotors (ICE, Internal Combustion Engine) für mittelschwere Nutzfahrzeuge abgeschlossen. Die Eigenschaften ähnelten denen eines herkömmlichen Diesel-Verbrenners. Dabei habe das SwRI mit einem namentlich nicht genannten Kunden zusammengearbeitet, um den Motor mit Turbolader zu planen, zu entwerfen und herzustellen. Das anfängliche Programm umfasste sowohl die Entwicklung von Einzylinder- als auch Mehrzylindermotoren. Der Motor basiere auf dem „Pent-Roof“-Design moderner Verbrennungsmotoren, das für die Verbrennung von Benzin entwickelt und für die schnelleren Verbrennungsgeschwindigkeiten von Wasserstoff optimiert wurde.

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iStock / © Danil Melekhin