(Zeewolde / Niederlande) – Die Betreiber des niederländischen Onshore-Windparks Zeewolde und Elestor B.V. wollen gemeinsam eine Wasserstoff-Eisen-Flussbatterie entwickeln. Dieser Langzeitspeicher mittels chemischer Verbindungen („Hybrid-Redox-Flow-Batterie“) werde in mehreren Phasen installiert, solle helfen, die Netzüberlastung zu verringern, und bis 2031 mit einer Leistung von 20 Megawatt (MW) und einer Kapazität von 200 bis 800 Megawattstunden (MWh) schrittweise den Windstrom 10 bis 40 Stunden speichern und abgeben können.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Batterien werden Strom und Energiespeicherung in der „Flow-Batterie“ getrennt und die elektroaktiven Materialien in externen Tanks gespeichert. Von deren Größe hängt die Kapazität ab. Die Batterie verwende Wasserstoffgas an der Anode und eine gelöste Eisensalzelektrode an der Kathode. Der gespeicherte Strom werde durch eine reversible elektrochemische Reaktion mit Eisen- und Eisenionen freigesetzt.

Studie: Energieeffizienz bei über 80 Prozent

Im Rahmen einer Studie testeten Forscher einen Prototyp für den industriellen Einsatz. Den Angaben zufolge wurden die Experimente bei erhöhten Temperaturen und konstanten Stromdichten durchgeführt, um den tatsächlichen industriellen Betrieb widerzuspiegeln. Die Ergebnisse hätten gezeigt, dass die Batterie über Zehntausende Lade-Entladungszyklen eine stabile Effizienz aufrechterhielt. Die Energieeffizienz habe bei über 80 Prozent gelegen.

Die Investitionen für die Technik lägen bei etwa 17 Dollar (15 Euro) pro Kilowattstunde (kWh). Die Speicherkosten lägen über den gesamten Lebenszyklus bei etwa 0,02 Dollar (0,02 Euro) pro kWh. Elestor schätzt, dass Wasserstoff-Eisen-Flussbatterien bis zu 25 Jahre in Stromnetzanwendungen betrieben werden könnten. Dies verbessere die Wirtschaftlichkeit erheblich und senke die Kosten.

Mit der Speicherung des Windstroms während hoher Produktionszeiten und der Abgabe bei hoher Nachfrage würden die Spitzenlasten im Stromnetz reduziert und die vorhandene Netzkapazität besser genutzt. Einschränkungen etwa durch vorübergehende Reduzierung oder Abschaltung der Anlagen würden begrenzt.

200 Eigentümer aus der Region

Im nächsten Jahr werde Elestor seine letzte vorkommerzielle Einheit installieren, um den Betrieb und die Marktbereitschaft der Technologie unter realen Bedingungen zu demonstrieren. Darauf folge die Skalierung auf ein kommerzielles Batteriesystem.

Der Windpark Zeewolde gehört lokal mehr als 200 Landwirten, Bewohnern und Unternehmer aus der Umgebung. Mit der Installation des Speichersystems werde er unter dem Namen „Energiehub Zeewolde“ geführt.

Foto oben
Elestor und die Betreiber des Onshore-Windparks Zeewolde wollen gemeinsam eine Wasserstoff-Eisen-Flussbatterie entwickeln, um den Stromertrag zu optimieren. © Elestor B.V. / Screenshot