(Hamburg / Deutschland) – Die Hamburger Energienetze starten auf dem früheren Kraftwerksgelände Moorburg mit dem Bau des „H2-Connectors“, den Angaben zufolge „ein zentraler Baustein“ des künftigen Wasserstoff-Industrie-Netzes HH-WIN. „Unser Anlagenpark erlaubt es, Energie aus der Elektrolyse vor Ort ins Netz einzuspeisen, aber auch aus dem Fernleitungsnetz und künftig aus dem Hafen Wasserstoff zu beziehen und sogar zu exportieren“, sagt Michael Dammann, Technischer Geschäftsführer der Hamburger Energienetze GmbH. 

Blick auf das Baufeld in Moorburg: Hier laufen künftig die Energieströme zwischen Großelektrolyseur, dem Wasserstoffkernnetz und dem Verteilnetz HH-WIN zusammen. © Hamburger Energienetze

HH-WIN werde ab Herbst 2027 mit 40 Kilometern Netzlänge wesentliche Industrieareale rund um den Hamburger Hafen mit Wasserstoff versorgen (mehr dazu). Bis 2031 soll es auf 60 Kilometer wachsen. Aktuell ist gut die Hälfte der ersten 40 Trassenkilometer fertiggestellt – alle weiteren Abschnitten seien in Bau oder in der Auftragsvergabe. Kunden haben bereits Bedarf am Wasserstoffanschluss angemeldet, darunter die Tesa-Werke (mehr dazu).

Weil im Fernleitungsnetz Hyperlink des Betreibers Gasunie ein Betriebsdruck von 70 bar vorgesehen ist, errichten die Hamburger Energienetze als Teil des H2-Connectors eine Gasdruckregelanlage. Angeschlossen an die zu HH-WIN gehörende Wasserstoff-Übernahmestation auf niedersächsischem Gebiet, kommt die Energie über eine mehr als 13 Kilometer lange Hochdruckleitung in Moorburg an. Hier senkt die Anlage den Betriebsdruck auf unter 25 bar ab. Die Leitung kann in beide Richtungen Wasserstoff transportieren. 

Eine ebenfalls als Teil des H2-Connectors geplante Verdichterstation wird bei Energieexporten aus dem Verteilnetz HH-WIN ins Fernleitungsnetz den Druck von unter 25 bar wieder auf bis zu 70 bar anheben. Zusätzlich nimmt eine Wasserstoff-Einspeiseanlage den Energieträger aus der Elektrolyse ins Hamburger Netz auf.

200.000 Kubikmeter pro Stunde ins Fernnetz

Die Anlagen in Moorburg werden in der ersten Ausbaustufe stündlich bis zu 200.000 Kubikmeter Wasserstoff ins Fernleitungsnetz exportieren oder bis zu 360.000 Kubikmeter nach Hamburg importieren können. Diese Transportleistung entspreche dem Verbrauch von 4.500 beladenen 40-Tonner-H2-Lkw. 

Die Baukosten für den HH-WIN H2-Connector belaufen sich – ohne die Verdichterstation, die noch in der Projektierungsphase ist – auf rund 22,6 Millionen Euro. Davon seien etwa 16,3 Millionen über die IPCEI-Förderung (Important Projects of Common European Interest) gedeckt.

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So soll der HH-WIN-Anlagenpark mit dem H2-Connector einst aussehen. © Visualisierung: Hamburger Energienetze / XKP Visual Engineers