(Göteborg / Schweden) – Liquid Wind AB, die Muttergesellschaft der Liquid Wind Group, ist bankrott. Zum Insolvenzverwalter wurde Lars Melin von der Kanzlei Styrks berufen. Das Unternehmen einschließlich der Tochtergesellschaften in Schweden, Dänemark und Finnland stehe zum Verkauf.

Entwickler von Anlagen für eFuel und eMethanol

Liquid Wind hat Anlagen zur Produktion von eMethanol und eFuel für schwer zu dekarbonisierende Bereiche wie Schifffahrt, Luftfahrt, Landtransport und chemischen Industrie entwickelt. Im Oktober 2025 hatten das Unternehmen und der Stromversorger Umeå Energi AB eine Vereinbarungen unterzeichnet, um eine geplante eFuel-Produktionsanlage in Umeå abzusichern. Das „Flagship Three“ genannte Vorhaben sollte im Umeå Eco Industrial Park errichtet, für die Produktion von bis zu 100.000 Tonnen eMethanol pro Jahr ausgelegt und damit „eine der größten Industrieinvestitionen in Nordschweden“ werden. Bis 2027 wollte Liquid Wind zehn solcher Projekte auf den Weg bringen. Allerdings war seinerzeit „Flagship One“ (55.000 Tonnen eFuels) bereits auf Eis gelegt, nachdem der dänische Energiekonzern Ørsted das von ihm 2023 übernommene Projekt nach 14 Monaten mangels Aussicht auf Rentabilität gestoppt hatte. 

Große Pläne im Industriemaßstab

Im Juli 2024 hatte das Unternehmen eine Vereinbarung mit Uniper SE verkündet, wonach man gemeinsam die Entwicklung von eFuel-Anlagen im kommerziellen Maßstab vorantreiben, außerdem Kosten und Risiken reduzieren sowie eine Lieferkette entwickeln wolle. Dabei sollten auch Möglichkeiten der Zusammenarbeit bei der Anlagenentwicklung, der Stromversorgung und der Abnahme von eMethanol ausgelotet werden. Liquid Wind begann bereits 2020 mit dem Aufbau eines Konsortiums, um Zeit, Kosten und Risiken bei der Entwicklung und Ausführung von eMethanol-Anlagen (Core eMethanol Plants, CMP) zu reduzieren.

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Grafische Darstellung einer potenziellen eFuel-Anlage, die gemeinsam mit Uniper hätte gebaut werden sollen. © Liquid Wind AB