(Stuttgart / Deutschland) – Baden-Württemberg startet den zweiten Förderaufruf für Elektrolyseure. Dafür stehen 50 Millionen Euro zur Verfügung. Anträge können ab sofort eingereicht werden.
Pro Vorhaben gibt es maximal zehn Millionen Euro, bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) maximal 8,25 Millionen Euro pro Projekt. Dabei beträgt die Förderquote bis zu 45 Prozent der zuwendungsfähigen Investitionskosten. Für kleine Unternehmen kann die Quote um 20 Prozent, für mittlere Unternehmen um zehn Prozent zusätzlich erhöht werden, heißt es in dem „ELY“ genannten Programm des federführenden Umweltministeriums des Landes.
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Mit dem Förderaufruf setze die Landesregierung den Aufbau regionaler Wasserstoffinfrastrukturen fort. „Durch Wasserstoff-Hubs können lokal/regional Wasserstoffwirtschaften entstehen“, mithin lokale Ökosysteme, in denen die Wasserstofferzeugung, -verteilung und -nutzung räumlich beieinander liegen, so die Behörde. Wo kein Anschluss an ein Wasserstoffnetz oder einen Wasserstoff-Hub möglich sei, könnten sich Unternehmen die Selbstversorgung durch den Betrieb eines eigenen Elektrolyseurs aufbauen.

Umweltministerin Thekla Walker (vorn, vierte von rechts) mit Vertretern der Zuwendungsempfänger aus der ersten Runde des Landesförderprogramm ELY. © Staatsministerium Baden-Württemberg
„Der Einsatz von Wasserstoff kann einen wichtigen Beitrag zur Resilienz unserer Energieversorgung leisten, dient dem Aufbau und Erhalt von Wertschöpfung in Deutschland und in Baden-Württemberg und steht für eine wichtige internationale Schlüsseltechnologie“, sagt Energieministerin Thekla Walker „Der Hochlauf von Wasserstoff ist für die Stärkung unserer Wirtschaft und eine erfolgreiche Energiewende von zentraler Bedeutung.“
Bund ohne Kraftwerksstrategie
Die Ministerin kritisiert bei der Gelegenheit die Bundesregierung: „Noch immer hat der Bund keine finale Kraftwerksstrategie vorgelegt.“ Das sorge weiter für Verunsicherung. „Stattdessen wird angekündigt, dass Kraftwerke bis mindestens 2040, überwiegend aber bis 2045, mit Erdgas laufen und erst dann auf Wasserstoff wechseln“, sagt Walker: „So wird das nichts mit einem zügigen Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft.“ Umso wichtiger sei es, „dass wir unsere Hausaufgaben machen und uns darum kümmern, dass Wasserstoff hier vor Ort erzeugt wird.“

Die Karte von Baden-Württemberg zeigt die Standorte der Projekte, die im ersten Förderaufruf des Landesförderprogramms Elektrolyseure gefördert werden. Die elektrische Leistung der Projekte liegt zwischen 1 und 15 Megawatt. © Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Bei geschickter Standortwahl und netzdienlicher Fahrweise des Elektrolyseurs könne das Stromsystem durch die Aufnahme von Stromüberschüssen entlastet werden und so Systemdienstleistungen erbringen. Deshalb sei der parallele Auf- und Ausbau von Stromnetzen, Erneuerbare-Energie-Anlagen und Elektrolyseuren für die Energiewende so wichtig.
Im Dezember vergangenen Jahres hatte Energieministerin Walker die ersten Zuwendungsverträge an acht Projekte aus der ersten Runde des Förderprogramms übergeben. Mit den ausgelobten 50,7 Millionen Euro sollen Elektrolyseure mit einer Leistung von 55 Megawatt installiert werden.
Anträge für den Förderaufruf können bis zum 18. Mai 2026 elektronisch eingereicht werden. Am 20. März 2026 gibt es eine Online-Beratung durch den Projektträger Karlsruhe (Anmeldung).
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50 Millionen Euro für Elektrolyseure in Baden-Württemberg: Durch Wasserstoff-Hubs können regional Ökosysteme entgehen, in denen die Wasserstofferzeugung, -verteilung und -nutzung räumlich beieinander liegen. © Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg




