(Trondheim / Norwegen) – Die Lkw-Hersteller Scania CV AB, Hyundai Hydrogen Mobility Deutschland und der französische Anbieter von Wasserstofffahrzeugen Hyliko haben sich dem von der EU finanzierten Forschungsprojekt „H2Accelerate Trucks“ angeschlossen. Mit dabei ist weiterhin die Volvo Group, während sich Iveco und Shell verabschieden. Koordiniert wird das Konsortium von der norwegischen Stiftung für industrielle und technische Forschung SINTEF.

Hyundai hat sich dem von der EU finanzierten Forschungsprojekt „H2Accelerate Trucks“ angeschlossen. © Hyundai
Ziel von Europas größtem Projekt für emissionsfreien wasserstoffbasierten Schwerlastverkehr ist es, 125 Brennstoffzellen-Lkw bis 2028 in sechs europäischen Ländern in Betrieb zu nehmen, wobei die ersten Fahrzeuge bereits 2026 auf der Straße sein sollen. „Dieses Projekt gehört zu den wichtigsten Beiträgen von SINTEF zur Reduzierung der verkehrsbezogenen Treibhausgasemissionen in Europa“, sagt Koordinator Steffen Møller-Holst.
Stärkung der Infrastruktur für Tankstellen
Die Lkw werden an einem parallel aufzubauenden Netz von Wasserstoffstationen betankt, die für schwere Fahrzeuge konzipiert sind. Die Betankungsinfrastruktur steuern Total Energies und der Wasserstoffproduzent Everfuel bei. Die Treibstoffverfügbarkeit soll TEAL Mobility sichern, ein Joint Venture zwischen Total Energies und Air Liquide. Das Unternehmen betreibt bereits 15 Stationen in ganz Europa.

TEAL Mobility vermarktet unter der Marke Total Energies Wasserstoff über sein Tankstellennetz. © TEAL Mobility
Die Tankstellen „der nächsten Generation“ haben eine Kapazität von über 1.000 Kilogramm pro Tag. Dies reiche zur Befüllung von täglich 10 bis 20 großen Lkw. Die Stationen würden zunächst in Industrieregionen installiert, bevor eine Erweiterung entlang des Transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-T) geplant wird. Wo immer dies möglich sei, erfolge die Versorgung mit grünem Wasserstoff.
Mehr als 20 europäische Transportunternehmen würden an der Einführung teilnehmen, um sicherzustellen, dass die Lkw mit unterschiedlichen praxisnahen Betriebsbedingungen getestet werden und Einblicke für den künftigen kommerziellen Einsatz liefern. Die meisten Wasserstoff-Lkw würden mit 700-bar-Speichersystemen ausgestattet, was ihnen eine Reichweite von mehr als 600 Kilometer ermögliche. Geplant seien sowohl Langstrecken-Sattelauflieger mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 41 bis 44 Tonnen als auch kleinere Lkw für regionale Verteilnetze mit 350-bar-Lösungen.
Neue Möglichkeiten für Norwegen
Obwohl die Lkw hauptsächlich in Deutschland und der Schweiz eingesetzt werden sollen, liefere das Projekt auch wichtige Erkenntnisse für die Etablierung nachhaltiger Energielösungen in Norwegen. Einige der Lkw würden daher auf norwegischen Straßen fahren.

ASKO betreibt Wasserstoff-Lkw auf den Straßen Norwegens und soll von Scania drei weitere Fahrzeuge erhalten. © ASKO Midt-Norge
In Norwegen führte der Lebensmittelgroßhändler ASKO Norge AS bereits 2020 wasserstoffbetriebene Lkw in der Region Trondheim ein und erhält nun weitere drei solcher Fahrzeuge von Scania. Im Zuge der Reorganisation von H2Accelerate Trucks würden zudem die ursprünglichen Ziele des Projekts erweitert. So strebe das Konsortium etwa ein Wasserstoffbetankungsnetz an, das speziell für den Einsatz emissionsfreier Lkw ausgelegt ist, was zur Erhöhung der Wasserstoffverfügbarkeit und Zuverlässigkeit des europäischen Betankungsnetzes beitrage. Zudem wolle man damit das Vertrauen in diese Technologie zur Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs stärken.
„Es müssen mehrere Lösungen vorhanden sein, um emissionsfreie Ziele im Transportsektor zu erreichen“, sagt Steffen Møller-Holst. „Um erfolgreich zu sein, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Technologieanbietern, Kraftstoffanbietern und Forschungseinrichtungen wie bei H2Accelerate Trucks unerlässlich.“
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Einer der wasserstoffbetriebenen Volvo-Lkw während der Wintertests im Rahmen des H2Accelerate Trucks-Projekts. © Volvo Group




