(Stuttgart / Deutschland) – Die Universität Stuttgart hat den neuen Forschungscampus „Wave-H2“ eingeweiht. Dort werde erforscht, wie Wasserstoff erzeugt, aufbereitet und transportiert sowie dezentral genutzt werden könne. Standort ist Stuttgart-Vaihingen. Am Standort Freudenstadt, der voraussichtlich im Sommer 2026 in Betrieb gehe, könnten die erforschten Lösungen dann im industriellen Maßstab getestet werden.

Wave-H2-Projektleiter Alexander Sauer (links) und Kai Peter Birke, Lehrstuhlinhaber für Elektrische Energiespeichersysteme am Institut für Photovoltaik, arbeiten interdisziplinär an neuen Wasserstofftechnologien. © Universität Stuttgart / Max Kovalenko

„Mit unserer Plattform leisten wir auf regionaler, landes- und bundesweiter Ebene einen starken Beitrag zu innovativen und flexiblen Wasserstofflösungen und zur Dekarbonisierung der Industrie“, sagt Projektleiter Alexander Sauer, Direktor des Instituts für Energieeffizienz in der Produktion (EEP). Die Wissenschaftler am Campus Vaihingen forschen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette und an Power-to-X-Technologien. Sie untersuchen unter anderem, wie Wasserstoff mittels Elektrolyse gewonnen und zu Gasen wie Methanol oder Ammoniak als Energieträger weiterverarbeitet werden kann. Ein besonderes Augenmerk liege zum einen auf der Erzeugung von Ammoniak aus Wasserstoff und Stickstoff, zum anderen auf der Rückgewinnung von Wasserstoff aus Ammoniak. 

Forschung an Flugbenzin und Chemikalien

Darüber hinaus ermöglicht ein Brennstoffzellen-Teststand die Forschung an der Umwandlung der chemischen Energie des Wasserstoffs in elektrische Energie und Wärme. Weitere Forschungsprojekte am Wave-H2-Campus befassen sich mit der Herstellung von Flugbenzin aus Biogas oder mit der Herstellung von Grundchemikalien. Mit der neuen „hochkarätigen Infrastruktur“ leiste man „einen wichtigen Beitrag zur zukunftsgerichteten Wasserstoffforschung“, sagt Uni-Kanzlerin Anna Steiger.

Die Wave-H2-Plattform erhält vom Bundesministerium für Forschung Technologie und Raumfahrt (BMFTR) Fördermittel in Höhe von rund 36 Millionen Euro. Sie soll langfristig an den beiden Standorten Stuttgart-Vaihingen und Freudenstadt vom EEP sowie vom Lehrstuhl für Elektrische Energiespeichersysteme des Instituts für Photovoltaik (IPV) der Universität Stuttgart aufgebaut und betrieben werden.

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Am neuen Campus „Wave-H2“ arbeiten die Forscher im Projekt „Ammonia2H2“ an der Gewinnung von Ammoniak. © Universität Stuttgart / Max Kovalenko