(Brüssel / Belgien) – Die ersten sechs Projektträger, die bei der zweiten Auktion der Europäischen Wasserstoffbank des Jahres 2024 für die Produktion erneuerbaren Wasserstoffs ausgewählt wurden, haben ihre Förderverträge unterzeichnet. Das Fördervolumen beträgt kumuliert 270,6 Millionen Euro aus den Einnahmen des EU-Emissionshandelssystems. Der produzierte Wasserstoff ist erneuerbarer Kraftstoff nicht-biologischen Ursprungs (RFNBO) und soll in Schlüsselsektoren wie der chemischen Industrie, Mobilität und für Schwertransport eingesetzt werden. Zwei der Projekte erhielten mehr als 35 Millionen Euro, um erneuerbaren Wasserstoff an Abnehmer des maritimen Sektors zu liefern.
381 MW Elektrolysekapazität geplant
Die Projekte befinden sich in Spanien, Finnland und Norwegen mit einer Elektrolyseurkapazität von kumuliert 381,25 Megawatt. Die individuellen Zuschüsse liegen zwischen 1,8 und 135,5 Millionen Euro für Anlagen mit einer Leistung von fünf bis 200 Megawatt (elektrisch). Die eingereichten Angebote der Bewerber lagen zwischen 0,33 Euro und 1,88 Euro pro Kilogramm (€/kg H2) Wasserstoff. Unterzeichnet wurden die Vorhaben
- Kristinestad PtX von Koppö Energia Oy (200 MW; Zuwendung rund 85,07 Millionen Euro); Gebot: 0,33 €/kg H2. Geplant ist die Produktion von eMethanol in Finnland
- H2CRI von Green Devco Energy 6 (30 MW; rund 13,13 Millionen Euro); Gebot: 0,44 €/kg H2; Wasserstoffproduktion in Zaragoza, Spanien
- Noon von Iberdrola (120 MW; rund 135,53 Millionen Euro); Gebot: 0,84 €/kg H2; Wasserstoffproduktion in Palos de la Frontera, Spanien
- GH2Move-VLC von Diverxia Infraestructuras S.L (5 MW; rund 1,8 Millionen Euro); Gebot: 0,85 €/kg H2; Wasserstoffproduktion für den Schwerlastverkehr in der Region Valencia, Spanien
- Rjukan H2 von Norwegian Hydrogen AS (18,75 MW; rund 13,2 Millionen Euro); Gebot: 0,45 €/kg H2; Wasserstoffproduktion für den maritimen Sektor, Norwegen
- Hammerfest H2 von Green H AS (7,5 MW; rund 21,88 Millionen Euro); Gebot: 1,88 €/kg H2; Wasserstoffproduktion für den maritimen Sektor, Norwegen
Überdies stellen Spanien, Litauen und Österreich bis zu 836 Millionen Euro an nationalen Mitteln zusätzlich über das Modell „Auctions-as-a-service“ bereit. Dies ermöglicht es den Mitgliedstaaten, förderfähige Projekte in ihren Territorien zu finanzieren, die zwar die Qualifikationskriterien der EU-Auktion erfüllen, aber aufgrund von beschränkten Mitteln nicht vom Innovationsfonds finanziert werden können.
Für die zweite Auktion wurden insgesamt 15 Projekte aus fünf Ländern für EU-Fördermittel in Höhe von kumuliert 992 Millionen Euro ausgewählt. Die Gewinner haben sich gegen 46 Konkurrenten durchgesetzt. Insgesamt waren 61 Gebote aus elf Ländern eingegangen, acht davon für den maritimen Sektor. Die insgesamt beantragten Fördermittel belaufen sich den seinerzeitigen Angaben zufolge auf mehr als 4,8 Milliarden Euro – verfügbar waren 1,2 Milliarden Euro.
Die dritte Auktion des Innovationsfonds der Europäischen Wasserstoffbank wurde im Dezember 2025 mit einem Budget von 1,3 Milliarden Euro gestartet. Für das „Auctions-as-a-Service”-Modell stellen Deutschland und Spanien zusätzliche Mittel bereit. Interessenten können sich bis 19. Februar bewerben (wir berichteten).
Foto oben
Sechs Projektträger aus der zweiten Auktion der Europäischen Wasserstoffbank des Jahres 2024 haben jetzt die Fördervereinbarungen unterzeichnet. © EU-Kommission / Christophe Licoppe




