(Hamburg-Harburg / Deutschland) – Das Tesa-Werk in Harburg wird bis 2027 an das Wasserstoffindustrienetz HH-WIN der Hamburger Energienetze GmbH angeschlossen. Die Umweltsenatorin der Stadt, Katharina Fegebank, hat dem Unternehmen eine Förderzusage in Höhe von 950.000 Euro übergeben.

Rundgang im Tesa-Werk Hamburg mit Senatorin Katharina Fegebank (3.v.r.) und CTO Ingrid Sebald (4.v.r.). © Tesa
Damit wolle Tesa Teile seiner Anlagen auf Wasserstoff umrüsten. Bis 2030 soll das Hamburger Werk klimaneutral arbeiten. Das Konzept basiere auf den Säulen grüner Wasserstoff, Elektrifizierung von Prozessdampf mit Wärmespeichern, KI-gestützte Steuerung sowie Effizienzsteigerung. „Mit unserer Förderung ebnen wir den Weg für eine klimaneutrale Produktion und geben dem Standort den Rückhalt, den er für diese Transformation braucht“, sagt die Senatorin. Dies gebe auch der Stadt „massiven Rückenwind für den weiteren Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft“.
„Hamburg wird einer der ersten großen Industriestandorte, an dem 2027 eine großflächige Wasserstoffversorgung bereitsteht“, sagt Peter Wolffram, Geschäftsführer des Ressorts Unternehmen und Kunde der Hamburger Energienetze. Der Aufbau von HH-WIN schreite „zügig voran“. Mit einer anfänglichen Leitungslänge von 40 Kilometern im Hafengebiet stelle das Netz die direkte Verbindung zwischen Erzeugern, Importterminals und industriellen Abnehmern her. Bis 2031/32 werde es auf 60 Kilometer anwachsen und weitere Unternehmen erschließen.
Wasserstoff aus Importen und heimischer Produktion
Aktuell seien rund 18 Kilometer der Trasse fertiggestellt. Das Netz sei Bestandteil des nationalen Wasserstoffkernnetzes und über das bundesweite Fernleitungssystem direkt mit den Energiezentren im Süden verbunden. Hamburger Unternehmen könnten Wasserstoff etwa als Importe aus dem Seeterminal oder aus heimischer Produktion beziehen. Dazu diene auch der Großelektrolyseur (HGHH) am früheren Kraftwerksstandort Moorburg, dessen Bau im Dezember 2025 begonnen hat. Eine eigene Einspeiseanlage werde dort künftig sicherstellen, dass der vor Ort erzeugte grüne Wasserstoff unmittelbar in das gesamte Hamburger Netzgebiet verteilt werden kann.
Die Fördermittel stammen aus dem Programm „Unternehmen für Ressourcenschutz“ (UfR), das durch die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) betreut wird. Während HH-WIN die Infrastruktur bereitstellt, unterstützt die IFB Unternehmen bei dem physischen Anschluss des Werkes an das Netz sowie die technische Umstellung der Produktionsprozesse auf den neuen Energieträger („letzte Meile“). Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des Hamburger Klimaplans mit Investitionszuschüssen von bis zu einer Million Euro.
Tesa ist in über 100 Ländern aktiv ist und betreibt Werke in Deutschland, Italien, China, den USA und Vietnam. Bis 2030 investiert das Unternehmen den Angaben zufolge rund 300 Millionen Euro in die Transformation seines Geschäfts.
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Visualisierung der Gasdruckregel- und Messanlage der Hamburger Energienetze für den Anschluss von Tesa an HH-WIN. © Hamburger Energienetze GmbH



