(Konstanz / Deutschland) – Die RCT GH GmbH (RCT Hydrogen) will im ersten Quartal 2026 mit der Herstellung von alkalischen Druckelektrolyseuren in Thüringen beginnen. Dazu wurde den Angaben zufolge eine Kooperationsvereinbarung mit einem namentlich nicht genannten „Produktionspartner“ unterzeichnet.

Produktionslinie für Elektrolyse-Stacks. © RCT GH GmbH

Die Jahreskapazität liege bei 250 Megawatt (MW). Den Anfang mache ein 2,5 Megawatt leistender Elektrolyseur, dessen Auslieferung und Inbetriebnahme für das dritte Quartal 2026 bei einem ebenfalls namentlich nicht genannten „deutschen Industrieunternehmen“ geplant sei. Zudem gebe es eine Vorbereinbarung zur Lieferung von zwei weiteren 2,5-MW-Geräten. Die Leistungsgarantie betrage jeweils 15 Jahre, RCT Hydrogen biete auch ein Konzept für eine Überholung der Anlagen, was die Lebensdauer verlängere. RCT Hydrogen sei auch für groß angelegte Projekte mit 100 Megawatt gerüstet.

Elektrolyse-Stack mit fünf Megawatt Leistung. © RCT GH GmbH

Das Konzept folge dem Modell „Wasserstoff-als-Service“. Dabei übernehme RCT Hydrogen die Wasserstoffproduktion am Standort des Kunden, der dann den Energieträger zu Festpreisen abnimmt. Auf dieser Basis würden „in den kommenden Monaten“ weitere Projekte entwickelt. „Wir haben nun den entscheidenden Schritt zur Entwicklung robuster und langlebiger Elektrolysetechnologie unternommen, die für die Produktion kosteneffizienten grünen Wasserstoffs in Deutschland notwendig ist“, sagt Geschäftsführer Peter Fath. Im direkten Vergleich zu den Erdgaspreisen liege der Wasserstoffpreis pro Kilowattstunde zwar noch etwa 20 bis 50 Prozent höher, werde jedoch durch einen CO2-Preis ausgeglichen, der derzeit bei etwa 83 Euro pro Tonne liege.

CO2-Preis für Erdgas kompensiert H2-Preis

„Der Wechsel von grauem Wasserstoff zu kohlenstoffarmem oder grünem Wasserstoff ist besonders interessant für Kunden, die Wasserstoff bereits in ihren industriellen Prozessen verwenden“, sagt Eric Rüland, Vizepräsident Vertrieb und Produkte. Insbesondere wenn die vorherige Wasserstoffversorgung per Trailer erfolgt sei, könne „der Umstieg auf das Wasserstoff-as-a-Service-Modell Kostenvorteile“ bieten.

Die RCT GH GmbH mit Sitz in Konstanz am Bodensee ist ein Joint Venture der RCT Group (51 Prozent) und der chinesischen Jiangsu Guofu Hydrogen Energy Technology & Equipment Co. Ltd (49 Prozent) über seine deutsche Tochtergesellschaft GF Hydrogen Europe GmbH. Guofuhee liefere auch „viele Schlüsselkomponenten“. Die Steuerungskomponenten für die Wasserstoffproduktionsprozesse und die Prozesssoftware für Strom- und Energieflüsse würden in Zusammenarbeit mit Siemens Digital Industries geplant. Eric Rüland: „Wir erwarten, dass dies einen echten Wasserstoffboom auslösen wird, da es der Industrie die Nutzung von Wasserstoff zu angemessenen Preisen ermöglicht, basierend auf dem Stromnetz mit 75 bis 100 Prozent erneuerbarem Strom.“

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Wasserstoff-as-a-Service: RCT aus Konstanz will im 3. Quartal 2026 den ersten 2,5 Megawatt leistenden Elektrolyseur ausliefern. © RCT GH GmbH