(Leipzig / Deutschland) – Der Fernleitungsnetzbetreiber Ontras Gastransport GmbH hat bei dem Stahlkonzern Salzgitter AG über 100 Kilometer Rohrleitungen bestellt. Die Aufträge übernehmen den Angaben zufolge die Salzgitter-Konzerntöchter Mannesmann Linepipe GmbH (38,2 Kilometer) und Mannesmann Großrohr GmbH (70,6 Kilometer).

Die Ferngasleitung 702 wird auf Wasserstoff umgerüstet. Neu gebaut werden 67 Kilometer zwischen Salzgitter und Wefensleben (Niedersachsen) sowie 34 Kilometer zwischen Preußlitz und Angersdorf in Sachsen-Anhalt. © Ontras Gastransporte GmbH
Die Rohre dienen zum Bau zweier Abschnitte der Ferngasleitung 702 (FGL) – Bestandteil des IPCEI-Projekts Green Octopus Mitteldeutschland (GO). Die FGL 702, ursprünglich zum Transport von Erdgas errichtet, werde nun als Teil des „Ontras H2-Startnetzes“ auf Wasserstoff umgerüstet. Neu gebaut würden 67 Kilometer zwischen Salzgitter und Wefensleben (Niedersachsen) sowie 34 Kilometer zwischen Preußlitz und Angersdorf in Sachsen-Anhalt.
Die übrigen Abschnitte der Trasse könnten nach Prüfung und Genehmigung durch Sachverständige auf den H2-Transport umgestellt werden. Für beide Neubauprojekte sollen 2026 die Planfeststellungsverfahren und ab 2027 / 2028 die Baumaßnahmen beginnen. Der kommerzielle Betrieb und die Versorgung von Kunden mit Wasserstoff solle im Dezember 2029 beginnen.
Wasserstoff zur Stahlproduktion
Das Hüttenwerk in Salzgitter wird derzeit in mehreren Schritten auf eine CO2-arme Stahlherstellung umgestellt. Für das Transformationsprogramm „Salcos“(Salzgitter Low CO2 Steelmaking) sei grüner Wasserstoff zur Erzeugung von grünem Stahl erforderlich, deshalb sei „der Anschluss an das Wasserstoffkernnetz und dessen zügige Errichtung von hoher Bedeutung“, so die Salzgitter AG.

Ontras bestellt Rohre bei zwei Töchtern der Salzgitter AG. Für den Konzern ist der Anschluss an die Wasserstoffpipeline von zentraler Bedeutung für dessen Transformation der Stahlherstellung. © Salzgitter AG
Erst vor wenigen Tagen hatte die Bundesregierung dem Stahlkonzern weitere 322 Millionen Euro Fördermittel für den Umbau des industriellen Fertigungsprozesses zugesagt (wir berichteten). „Salcos“ hatte bereits im Jahr 2023 als „Important Projects of Common European Interest“ (IPCEI) einen Förderbescheid in Höhe von einer Milliarde Euro erhalten, um die Anlagen in Salzgitter in drei Stufen von der klassischen Hochofenroute auf eine CO2-arme Rohstahlproduktion umzustellen. Drei mit Kokskohle befeuerte Hochöfen werden dafür mit wachsendem Einsatz von Wasserstoff durch eine Kombination aus Direktreduktionsanlagen und Elektrolichtbogenöfen ersetzt. Der Wasserstoff solle unter anderem über einen eigens errichteten Elektrolyseur bereitgestellt werden, im Wesentlichen aber über das künftige Wasserstoffkernnetz.
Foto oben
Das „Ontras H2-Startnetz“ soll einst auf 600 Kilometer Wasserstoff transportieren (Symbolbild: Verlegung von Erdgasrohren bei Neustrelitz). © Ontras Gastransporte GmbH




