(Friedeburg-Etzel / Deutschland) – An der Kaverne von Friedeburg-Etzel in Niedersachsen hat der vorerst letzte Wasserstofftransporter seine Fracht abgeliefert. „Mit der Entladung des 200. Trailers stand die gesamte Wasserstoffmenge bereit“, so die Konsortialpartner des H2Cast-Pilotprojeks. Beteiligt sind der Speicherbetreiber Storag Etzel GmbH und der Energieversorger Gasunie. Insgesamt seien nun rund 90 Tonnen Wasserstoff unterirdisch eingelagert, dies entspreche einer Million Kubikmeter.

Im Dezember letzten Jahres wurden zwei Großmodule der obertägigen Wasserstoffreinigungsanlage angeliefert und montiert. © Storag Etzel GmbH / Gasunie
Ein besonderes Augenmerk liege jetzt auf der Fertigstellung der obertägigen Anlagen zur Wasserstoffreinigung, Verdichtung und der Gasqualitätsüberwachung, welche neu errichtet und noch in diesem Jahr in Betrieb gehen sollen. Damit wollen die Unternehmen die Machbarkeit der unterirdischen Wasserstoffspeicherung nachweisen. „Die Erkenntnisse werden zur künftigen unterirdischen Wasserstoffspeicherung beitragen“, sagt Projektleiter Carsten Reekers von Storag Etzel: „Seit dem Start Anfang 2022 wurden bereits wertvolle Erfahrungen gesammelt.“ Dies untermauere, „dass eine hohe Vergleichbarkeit mit Erdgasspeichern“ bestehe und die vorhandenen Kavernen auch für Wasserstoff geeignet seien.
Mit dem Forschungsprojekt werde die technische Umsetzung der Speicherung von Wasserstoff in Salzkavernen entwickelt und erprobt. Die Befüllung der Testkaverne und der H2-Beschaffungsprozess verdeutliche „den frühen Entwicklungsstand des deutschen Marktes“. Im Jahr 2023 standen Hochdrucktrailer und Abfüllstationen für mehr als 200 bar „nur sehr begrenzt zur Verfügung“ so Reekers. „Dies führte zusammen mit der fehlenden lokalen Produktion zu einem hohen Anteil der Wasserstoffkosten.“ Die Lieferungen erfolgten teilweise über Distanzen von bis zu 1.000 Kilometern.
Lange Lieferwege sollen künftig entfallen
„Inzwischen hat sich der Markt weiterentwickelt, sodass wir uns eine Belieferung durch einen nahegelegenen Wasserstoffproduzenten sichern konnten – was sowohl die Logistik- als auch die Produktionskosten erheblich senkte.“ Sobald Etzel an das nationale Wasserstoffkernnetz angeschlossen sei, werde der Standort „zu einem wichtigen Knotenpunkt für die Wasserstoffspeicherung im zukünftigen Energiesystem“. Ein Fazit immerhin ist schon gewiss: „Das Handling des neuen Energieträgers wird professionell und tagtäglich unspektakulär umgesetzt.“ Die Prozessschritte für die sichere Wasserstoffbefüllung habe man „im Griff“.
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Der vorerst letzte Wasserstofftrailer hat seine Ladung in Etzel abgeliefert. © Storag Etzel GmbH



