(Sevilla / Spanien) – Die israelische H2Pro Ltd. und Doral Hydrogen wollen in der spanischen Region Extremadura an der portugiesischen Grenze gemeinsam eine solarbetriebene Wasserstoffproduktionsanlage entwickeln. Der Energieträger solle vollständig netzunabhängig erzeugt werden. 

DWE-Set in einer Forschungsanlage von H2Pro. © H2Pro Ltd.

Der Elektrolyseur der ersten Phase hat eine Leistung von fünf Megawatt und nutzt das „Decoupled Water Electrolysis“ (DWE) genannte Verfahren von H2Pro. Das System werde offgrid und direkt (DC-to-DC) mit einer zehn Megawatt leistenden Photovoltaikanlage gekoppelt und erfülle somit die RFNBO-Anforderungen der EU. Später sollen PV-Anlagen mit 80 Megawatt Leistung Elektrolyseure mit 50 Megawatt beliefern. Aktuell laufen Forschungsanlagen in Israel.

Die Initiatoren wollen damit „ein Kernproblem der Erzeugung grünen Wasserstoffs“ umgehen, so die Unternehmen: Herkömmliche Elektrolyseure seien nicht dazu gebaut, volatilen, billigen, erneuerbaren Strom zu nutzen. Sie seien für eine konstante Grundlastleistung ausgelegt. „Um ernsthafte Membran- und Systemverschlechterungen, gefährliche Gasübergänge und geringe Wirkungsgrade bei Teillasten zu vermeiden, sind sie gezwungen, auf teure Batterie- oder Netzbackups zurückzugreifen, was zu enormen Kosten führt.“

Technologie speziell für Offgrid-Anwendung

Die DWE-Technologie sei speziell für den Offgrid-Betrieb entwickelt worden. Das System arbeite über einen breiten Lastbereich hinweg und könne schnell hoch- und runterfahren, wobei die Produktion in Echtzeit angepasst werde. Daher sei es möglich, dem natürlichen Erzeugungsprofil von Sonne oder Wind zu folgen.

In der aktuellen „Marktübersicht Elektrolyseure“ listet Power-to-X rund 100 Geräte mit Leistungen ab einem Kilowatt bis in den Gigawattbereich mit Herstellerkontakt. Erfasst sind AEL, PEM und SOEC. Die Übersicht veröffentlichen wir im März.

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„Dieses Projekt wird zeigen, wie die Wasserstoffproduktion von Anfang an so konzipiert werden kann, dass sie direkt mit erneuerbaren Energien betrieben wird“, sagte Tzahi Rodrig, CEO von H2Pro. Die Fähigkeit, mit intermittierender erneuerbarer Energie zu arbeiten, sei entscheidend, um günstigeren grünen Wasserstoff herzustellen. „Systeme, die direkt mit erneuerbarer Energie betrieben werden, vereinfachen das Projektdesign und verringern den Bedarf an teuren Batterien oder Netzbackup“, sagt Yam Efrati, CEO von Doral Hydrogen. Das Unternehmen entwickele weltweit ein Gigawatt grüne Wasserstoffprojekte. 

Gute Bedingungen in Spanien

Der Fokus liege auf der iberischen Halbinsel. Spanien entwickele sich zu einer Schlüsselregion für erneuerbaren Wasserstoff in Europa. Das Land profitiert von seinen erneuerbaren Ressourcen sowie politischer Unterstützung auf nationaler und europäischer Ebene. Gerade Extremadura biete aufgrund der hohen Solareinstrahlung „günstige Bedingungen für groß angelegte Projekte im Bereich erneuerbarer Energien“.

Der in der Anlage produzierte Wasserstoff wird in das von Enagás S.A. betriebene spanische Gasnetz eingespeist, ohne dass eine eigene neue Transportinfrastruktur erforderlich sei. In einem späteren Stadium werde der Energieträger in den „H2med Hydrogen Corridor integriert, dessen Pipeline nahe des Standortes verläuft. H2med soll dereinst die Wasserstoffmärkte in Süd- und Nordeuropa über Portugal, Spanien, Frankreich und Deutschland miteinander verbinden.

Foto oben
Grafische Darstellung: Bei der DWE werden Wasserstoff und Sauerstoff nicht über ein und dieselbe Membran erzeugt, sondern separat. © H2Pro Ltd.