(Duisburg / Deutschland) – Bei den Duisburger Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) wurde nach 53 Jahren der Hochofen A dauerhaft außer Betrieb genommen. die Eigentümerin Salzgitter AG will auch dort Stahl CO2-neutral herstellen. Im Hauptwerk in Niedersachsen treibt sie im Rahmen des „Salcos“-Projekts die Pläne voran, Kohle bei der Eisenproduktion durch Wasserstoff zu ersetzen (mehr dazu).

Hochofen A von HKM wird stillgelegt. Jetzt beginnt der Bau für den Elektrolichtbogenofen. © Salzgitter AG
HKM wird künftig mit einem Elektrolichtbogenofen CO2-reduzierten Stahl produzieren. Die Installation übernimmt der italienische Anlagenbauer Tenova SpA. Mit einem Abstichgewicht von 285 Tonnen und einer Kapazität von 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr werde dies „der größte Elektrolichtbogenofen Deutschlands und der zweitgrößte innerhalb der Europäischen Union“. Die Fertigstellung ist für 2029 geplant.
Bis dahin werde mit Hochofen B die Produktion fortgesetzt. Im vergangenen Jahr hatten die beiden Hochöfen der HKM zusammen etwa vier Millionen Tonnen Roheisen hergestellt. In diesem Jahr seien aufgrund des wegen der Umbauarbeiten reduzierten Volumens drei Millionen Tonnen geplant. Das Vorhaben wird mit 200 Millionen Euro vom Bund und durch das Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

HKM bekommt zur Stahlherstellung einen „Consteel“-Elektrolichtbogenofen (EAF) von Tenova. Dabei werden Rohstoffe wie Schrott oder Eisenschwamm mittels Strom kontinuierlich erhitzt und geschmolzen und die Abgase einer Abgasreinigungsanlage schadstoffarm verbrannt. © Tenova SpA
„Als Salzgitter AG wollen wir die Transformation hin zu einer nahezu CO2-neutralen Stahlproduktion bis Mitte der 2030er Jahre abgeschlossen haben“, sagt Gunnar Groebler, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG. „Mit dem Bau des Elektrolichtbogenofens setzen wir auch in Duisburg die Strategie des Salzgitter-Konzerns um und stärken unsere Position als führender Anbieter von grünem Stahl für industrielle Wertschöpfungsketten.“
Die HKM sind seit Juli dieses Jahres eine 100-prozentige Tochter der Salzgitter-Gruppe, nachdem sich die beiden Mitgesellschafter aus dem vormaligen Joint Venture zurückgezogen haben. Bis dahin hielt die Thyssenkrupp Steel AG 50 Prozent, die Salzgitter AG 30 Prozent und der französische Röhrenhersteller Vallourec 20 Prozent. Bis Ende 2028 liefert HKM aus dem Duisburger Süden noch Brammen an Thyssenkrupp Steel, deren Hauptverwaltung nebst Stahlwerke im Duisburger Norden angesiedelt ist.
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Der letzte Abstich am Hochofen A fand im September auf dem HKM-Werksgelände in Duisburg statt. © Salzgitter AG



