Finnland: Cefmof und Reduciner planen die Entwicklung neuer Anwendungen für Wasserstoff +++ Deutschland: Förderaufruf zur Begleitforschung für Wasserstoff +++ Österreich: OMV-Wasserstoffprojekt verliert Investor aus Abu Dhabi +++ Elfenbeinküste: AfDB unterstützt grüne Wasserstoffprojekte in Afrika mit 20 Millionen Dollar +++ Deutschland: Wasserstoff eröffnet Ostdeutschland milliardenschwere Potenziale +++ USA: Hyroad Energy versorgt Wasserstoffflotte von IMC Logistics in Kalifornien +++ Deutschland: Uni Stuttgart weiht Wave-H2-Forschungsplattform ein +++ Deutschland: Uniper verkauft seinen Anteil an der OPAL-Wasserstoffpipeline an Hy24

Eine Auswahl von PtX-Themen zusammengefasst

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Vereinbaren Zusammenarbeit (v.l.): Eemeli Tsupari (Reduciner-Mitgründer und CTO), Oy Lauri Perämäki (CEO Cefmof) und Johanna Grönroos (Reduciner-Mitgründerin). © Cefmof

(Finnland) Cefmof Hydrogen Oy und das finnische Klimatechnologieunternehmen Reduciner wollen neue Anwendungen für Wasserstoff entwickeln. Die Technologie von Reduciner biete eine neue Möglichkeit, Kohlendioxid in Synthesegas umzuwandeln, das mit erneuerbarem Wasserstoff weiterverarbeitet werden könne. Cefmof Hydrogen sehe großes Potenzial in der Technologie, um den Einsatz von Wasserstoff auszuweiten und die Kohlendioxidemissionen zu reduzieren. Cefmof betreibt Finnlands erste Wasserstofftankstation in Jyväskylä und baut dort eine Wasserstoffproduktionsanlage. Das gemeinsame Projekt startet ebenfalls in der finnischen Stadt. Cefmof investiert 1,5 Millionen Euro in Reduciner und wird damit Anteilseigner des Unternehmens.

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(Deutschland) Das Bundeswirtschaftsministerium hat einen Förderaufruf „Begleitforschung zur Mission Wasserstoff im Energieforschungsprogramm“ gestartet. Ziel sei es, Wirksamkeit, Kohärenz und Sichtbarkeit der Wasserstoffprojekte zu stärken, den fachlichen Austausch zu fördern und den Transfer von Forschung in Anwendung und Entscheidungen zu unterstützen. Kernaufgabe eines zu schaffenden Konsortiums sei es, das Forschungsnetzwerk Wasserstoff zu unterstützen, „einen belastbaren Überblick über Erkenntnisse, Daten und Methoden der geförderten Wasserstoffprojekte zu schaffen, projektübergreifende Fragestellungen zu identifizieren und Ergebnisse vergleichbar aufzubereiten“. Bewerben können sich Hochschulen und Forschungseinrichtungen bis zum 30. September 2026. Details zum Förderaufruf gibt es auf der Website des Ministeriums.

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Im Mai 2025 haben OMV und Masdar eine Absichtserklärung unterzeichnet. Die Zusammenarbeit für Bruck ist nun beendet, andere Projekte laufen weiter. © OMV Aktiengesellschaft

(Österreich) Der Öl- und Gaskonzern OMV AG muss für sein geplantes Wasserstoffprojekt ohne die Abu Dhabi Future Energy Company PJSC (Masdar) Masdar auskommen. Das staatliche Energieunternehmen hat sich nach Angaben der Nachrichtenagentur „Reuters“ aus dem Vorhaben zurückgezogen. Die Entscheidung sei auf „strategische Veränderungen in Abu Dhabi zurückzuführen“, heißt es in dem Beitrag. OMV und Masdar hatten wie berichtet Ende November 2025 die Vereinbarung zur Gründung eines Joint Ventures unterzeichnet, das die Finanzierung, die Errichtung und den Betrieb der Elektrolyseanlage in Bruck sichern sollte. Die Elektrolyseanlage mit einer Leistung von140 Megawatt gehe auch ohne Masdar bis Ende 2027 in Betrieb und produziere bis zu 23.000 Tonnen grünen Wasserstoff. Es sei „die größte ihrer Art in Österreich und eine der fünf größten in Europa“. Das 600 Millionen Euro teure Projekt sei den Angaben zufolge nicht gefährdet. Die Europäische Investitionsbank habe bereits ein Darlehen in Höhe von 450 Millionen Euro zugesagt, auch Österreich stellt 123 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln bereit (mehr dazu). Das staatliche Ölunternehmen ADNOC aus Abu Dhabi war 2006 Mitgründer von Masdar und hält 24,9 Prozent an der OMV.

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Zentrale der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) in Abidjan, Elfenbeinküste. © AfDB

(Elfenbeinküste) Die Afrikanische Entwicklungsbank unterstützt vier grüne Wasserstoffprojekte in Ägypten, Marokko, Namibia und Südafrika mit Zuschüssen in Höhe von insgesamt 20 Millionen Dollar. Die Vorhaben umfassen nachhaltige Meeres- und Flugkraftstoffe (Ägypten, Marokko und Namibia) sowie kohlenstoffarmes Eisen (Südafrika). Nach Angaben der multinationalen Organisation erhält das Projekt „Ra“‘ in Ägypten (mitfinanziert von der DAI Infrastruktur GmbH) rund 3,55 Millionen Dollar, Guelmim Green Hydrogen Valley in Marokko (mitfinanziert von Nareva Holding) bekommt 5,28 Millionen Dollar, das Hyphen-Projekt in Namibia (Hyphen Hydrogen Energy Pty Ltd) 5,93 Millionen Dollar und Saldanha Hydrogen DRI in Südafrika (Enertrag SE in Zusammenarbeit mit ArcelorMittal) 5,24 Millionen Dollar. Die vier Projekte aktivieren nach AfDB-Schätzung Investitionen von 23 Milliarden Dollar für 20 Gigawatt Solar- und Windkraftwerke, sieben Gigawatt Elektrolyseleistung und 2.950 Megawattstunden Batteriespeicherkapazität.

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Studie: Bis 2045 könnten in den sechs ostdeutschen Bundesländern 20.000 Leute in der Wasserstoffindustrie einen Job finden. © Initiative für Wasserstoff in Ostdeutschland (IWO)

(Deutschland) Die Herstellung von Wasserstofftechnologien eröffnet Ostdeutschland erhebliche Chancen für die industrielle Entwicklung und Beschäftigung. Im Jahr 2045 könne die Produktion von Elektrolyseuren, ihrer Komponenten und den Vorprodukten jährlich bis zu 2,2 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung erzeugen. Dies ist eines der Ergebnisse einer Studie der Initiative für Wasserstoff in Ostdeutschland (IWO), erstellt vom WifOR Institute und dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. Die Chancen der Wasserstoffwirtschaft gingen demnach „weit über die Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff hinaus“, sagt IWO-Geschäftsführer Dominik Härle. Von Elektrolyseuren profitierten nicht nur Hersteller, sondern auch Unternehmen aus dem Maschinenbau, der Metallverarbeitung und der Elektroindustrie. Im Basisszenario ergebe sich ein Beschäftigungseffekt von rund 12.570 Personen, davon etwa 8.080 bei den Elektrolyseurherstellern und 4.490 in den ostdeutschen Zulieferketten. Je nach Marktszenario reiche die Größenordnung von rund 4.300 bis 20.000 Personen. IWO ist die gemeinsame Plattform von Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, um die Wasserstoffwirtschaft länderübergreifend voranzutreiben. Die Studie „Wertschöpfungs- und Arbeitsmarktpotenziale der Wasserstoffwirtschaft in Ostdeutschland“ gibt es kostenfrei als PDF (87 Seiten).

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Hyroad schließt Tank- und Wartungsvertrag mit IMC Logistics für Brennstoffzellen-Lkw. © Hyroad Energy

(USA) Hyroad Energy, Anbieter von wasserstoffbetriebenen Nutzfahrzeugen für Fuhrparks, hat mit dem Transportunternehmen IMC Logistics eine Vereinbarung zur Betankung und Wartung seiner Flotte von Brennstoffzellen-Lkw geschlossen. Die Werkstattdienstleistungen der in Kalifornien eingesetzten Fahrzeuge werden den Angaben zufolge auf dem Gelände von IMC erbracht. Die Vereinbarung biete dem Logistiker einen zentralen Ansprechpartner, um seine Wasserstoff-Lkw einsatzbereit zu halten. „Diese Unterstützung an unserem Standort in Fontana ermöglicht es uns, das Angebot an emissionsfreien Transportlösungen entlang der Lieferketten unserer Kunden weiter auszubauen“, sagt Jim Gillis, Präsident der IMC Logistics Pacific Region. Erst kürzlich hatte Hyroad in Santa Fe Springs eine Wasserstofftankstelle in Betrieb genommen. Hyroad Energy, eine Handelsmarke der in Texas beheimaten Simoneta Ltd., verleast Brennstoffzellen-Lkw der Klasse 8 (über 15 Tonnen) als „Truck-as-a-Service“. Abgerechnet wird auf Basis von gefahrenen Kilometern. 2025 hatte Hyroad Energy 113 Brennstoffzellen-Lkw aus der Insolvenzmasse der Nikola Corp. gekauft.

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Eröffnung der Wave-H2-Industrieforschungsplattform in Freudenstadt im Beisein von Vertretern aus Forschung und Politik. Auch BW-Ministerpräsident Cem Özdemir war dabei (3.v.l.). © Universität Stuttgart / Max Kovalenko

(Deutschland) Die Universität Stuttgart hat die Wasserstoff-Forschungsplattform „Wave-H2“ eingeweiht. Damit biete man am Campus Freudenstadt Unternehmen und Betrieben, die Anlagen, Komponenten und Software für die Industrie herstellen, „eine realitätsnahe Umgebung, um neue Energie- und Wasserstofftechnologien zu entwickeln, in bestehende Systeme zu integrieren und im industriellen Maßstab zu erproben“. Wave-H2 („Wandlungsfähige, energieflexible und vernetzte H2-Industrieforschungsplattform“) decke die gesamte Wasserstoffwertschöpfungskette ab, von der Erzeugung und Power-to-X-Technologien über die Entwicklung chemischer Wasserstoffspeicher- und Brennstoffzellentechnologien bis hin zu dezentralen Wasserstoff-Nutzungskonzepten. Dies ist bereits der zweite Wave-H2-Standort der Uni. Er ergänzt die im Januar 2026 eingeweihte Einrichtung auf dem Gelände des Campus Stuttgart-Vaihingen (mehr dazu). Forscher und Unternehmen nutzen die Innovationsmodule in Stuttgart für Experimente im Labormaßstab. Die Plattform in Freudenstadt ermögliche nun auch die Erprobung im industriellen Maßstab. Das Bundesforschungsministerium fördert den Aufbau mit rund 36 Millionen Euro.

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Uniper verkauft seinen Anteil an der OPAL-Wasserstoffpipeline an Hy24. © Uniper SE

(Deutschland) Der Energiekonzern Uniper verkauft seine 20-prozentige Beteiligung am Gasnetz OPAL durch Veräußerung der Lubmin-Brandov Assets GmbH & Co. KG an den Risikokapitalgeber Hy24. Dies sei Teil der Auflagen, die Uniper gemäß dem EU-Beihilferecht erfüllen müsse, teilt der Konzern mit. Die verbleibenden 80 Prozent der Anteile hält der Ferngasnetzbetreiber Gascade Gastransport GmbH. OPAL ist einer der größten Transportkorridore Europas und erstreckt sich über eine Länge von rund 470 Kilometer von Lubmin in Deutschland bis nach Brandov in der Tschechischen Republik. Als Teil des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes wurde der nördliche Abschnitt von OPAL Mitte Dezember 2025 umgerüstet, während der südliche Abschnitt voraussichtlich bis Ende 2030 folgt. Hy24 ist ein Investor im Wasserstoffsektor mit Schwerpunkt auf Infrastruktur, Technologie und Industrieprojekten, die den Aufbau einer klimaneutralen Wasserstoffwirtschaft unterstützen. Hy24 erwirbt die Beteiligung über seinen „Clean Hydrogen Infrastructure Fund“.

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iStock / © Danil Melekhin