(Salzgitter / Deutschland) – Die Salzgitter Flachstahl GmbH und Zelestra haben einen langfristigen Liefervertrag (Power Purchase Agreement, PPA) für 158 Gigawattstunden Solarstrom pro Jahr geschlossen. Im Rahmen der Vereinbarung errichtet und betreibt Zelestra zwei hybride PV-Anlagen mit einer installierten Leistung von kumuliert 147 Megawatt. Als Standorte werden Brandenburg und Thüringen genannt. Überschüssiger Solarstrom werde direkt in jeweils angebundene Batterie (79 MW / 237 MWh) eingespeichert, die – ebenfalls von Zelestra errichtet – der Salzgitter-Konzern steuert und betreibt. Damit passe das Unternehmen eigenen Angaben zufolge die Stromlieferung durch Speichernutzung der Stromabnahme an.
Dekarbonisierung der Stahlerzeugung
Für Salzgitter Flachstahl, Teil der Salzgitter AG, seien hybride PPA „ein wichtiger Baustein“, um den steigenden Bedarf an Grünstrom für die Transformation der Stahlproduktion langfristig zu decken. Die Salzgitter AG ist derzeit dabei, die Eisengewinnung von CO2-intensiven und mit Kokskohle befeuerten Hochöfen auf das CO2-arme DRI-Verfahren mit Wasserstoff umzustellen. Im Rahmen des Programms „Salcos“ (Salzgitter Low CO2 Steelmaking) wird aus Eisenerz in einer Direktreduktionsanlage Eisenschwamm produziert. Daraus wiederum entsteht in einem Elektrolichtbogenofen Rohstahl zur Weiterverarbeitung. „Die Kombination von Solarenergie und Batteriespeichern eröffnet uns die Möglichkeit, erneuerbare Energien bedarfsgerecht und zu wettbewerbsfähigen Konditionen für unsere industrielle Prozesse zu beschaffen“, sagt Marco Hauer von der Salzgitter Flachstahl GmbH. Die Vereinbarung unterstütze die Dekarbonisierung der Stahlerzeugung und trage dazu bei, „die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Salzgitter zu sichern“.

Visualisierung des 99-MW-Batteriespeichers, den Zelestra in Hilgermissen plant. © Zelestra
Die spanische Zelestra Corporación, S.A.U. (vormals Solarpack) gehört seit 2021 der schwedischen Private-Equity-Gesellschaft EQT AB. Das Unternehmen entwickelt PV- und Windparks, große Batteriespeicher (BESS), außerdem Projekte im Segment grüner Wasserstoff. Es hat Niederlassungen in den USA und Italien. Markteintritt in Deutschland war 2024. Aktuell gibt es Büros in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Rostock. Neben den PV-Anlagen und BESS für die Salzgitter AG plant Zelestra in Kooperation mit Centrica Energy derzeit im niedersächsischen Hilgermissen südlich von Bremen einen 99 MW leistenden „stand alone“ Batteriespeicher. Baubeginn ist 2027, die Inbetriebnahme ist für die zweite Hälfte des Jahres 2028 geplant.
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Zelestras erstes PV-Kraftwerk in Deutschland speist seit August 2026 Strom ins Netz. Die Anlage mit einer installierten Leistung von 27,5 Megawatt steht in Klevenow westlich von Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern), der Jahresertrag wird auf 28.700 Megawattstunden prognostiziert. © Zelestra



