(Madrid / Spanien) – Hydnum Steel S.L. sichert sich eine Investitionszusage von 150 Millionen Euro für den Bau eines Stahlwerks. Finanzgeber ist Cofides (Compañía Española de Financiación del Desarrollo), eine staatliche spanische Gesellschaft zur Förderung von Wirtschaftsprojekten.

Rendering des künftigen Stahlwerks, das ohne Hochöfen für fossile Brennstoffe auskommt. © Hydnum Steel Ltd.
Die Anlage am Standort Puertollano in der Provinz Ciudad Real (Autonome Region Kastilien-La Mancha) sei den Angaben zufolge „das erste saubere Stahlwerk auf der Iberischen Halbinsel“. Sein CO2-freier Produktionsprozess basiere auf der Nutzung von Lichtbogenofen, grünem Wasserstoff und erneuerbaren Energien. Im Februar meldete der Konzern, man habe sich durch Zugang zum Stromnetz am Knoten Brazatortas in der Provinz Ciudad Real eine Kapazität von 500 Megawatt gesichert. Dies reiche aus, „um die Versorgung seines Elektrolichtbogenofens sicherzustellen“.

Die Stahlherstellung ohne fossile Brennstoffe soll 98 Prozent CO2 gegenüber der herkömmlichen Produktion einsparen. © Hydnum Steel Ltd.
Fossile Brennstoffe würden „vollständig eliminiert“. Die CO2-Reduktion betrage 98 Prozent im Vergleich zur herkömmlichen Stahlfertigung. Die Anlage werde vollständig digitalisiert und für die Regeneration und Wiederverwendung von städtischem und industriellem Abwasser ausgestattet. Man habe bereits die erste Genehmigung erhalten. Zudem fanden öffentliche Konsultationen statt und die Regionalregierung von Kastilien-La Mancha erklärte das Vorhaben zum „Projekt von außergewöhnlichem Interesse“ (PSI).
Unterstützt wird es von einem Konsortium bestehend aus dem spanischen Unternehmen Russula (Ingenieurwesen und Maschinenbau), der deutschen Siemens AG (Digitalisierung, Automatisierung und Cybersicherheit), dem spanischen unabhängigen Stromerzeuger ABEI Energy (erneuerbare Energieerzeugung und grüner Wasserstoff) sowie der britischen Primetals Technologies Ltd. (Anbieter metallurgischer Technologien und Tochter der Mitsubishi Heavy Industries Ltd.).
Das Unternehmen plant bis Ende dieses Jahres mit den Bauarbeiten des bereits im Jahr 2023 angekündigte Vorhaben zu beginnen. Nach Fertigstellung liege die Jahresproduktion bei 2,7 Millionen Tonnen. Man schaffe in den verschiedenen Bauphasen 5.000 Arbeitsplätze und mobilisiere Investitionen von mehr als 1,5 Milliarden Euro, davon 600 Millionen Euro Eigenkapital.
Thyssenkrupp bezieht 100.000 Tonnen jährlich
Laut Hydnum Steel habe man bereits Vereinbarungen getroffen, die während der ersten fünf Betriebsjahre den Absatz vollständig sicherten. Zu den Kunden gehört auch Thyssenkrupp Materials Processing Europe. Einer Ankündigung von April 2025 zufolge werde das deutsche Unternehmen von Puertollano aus zunächst über einen Zeitraum von sieben Jahren mit jährlich bis zu 100.000 Tonnen kohlenstoffarmem Flachstahl beliefert. Thyssenkrupp Materials verfüge eigenen Angaben zufolge über Verarbeitungsanlagen in ganz Europa und beliefert eine Vielzahl von Kunden, unter anderem aus der Automobil-, Bau- und Haushaltsgeräteindustrie.
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Hydnum Steel will noch in diesem Jahr mit dem Bau eines neuen Werks in Puertollano beginnen, das Stahl mittel Wasserstoff und erneuerbaren Energien produziert. © Hydnum Steel Ltd.



