(Zolling / Deutschland) – Die bayerische Landesregierung unterstützt die Pläne des Kraftwerksbetreibers Onyx Power, in Zolling (Landkreis Freising) ein H2-ready Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) zu errichten. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Onyx-Kraftwerksleiter Roman Ritter haben dies nun in einer gemeinsame Absichtserklärung festgehalten. Worin konkret die „Unterstützung“ liege, wurde allerdings nicht gesagt.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (vorn rechts) unterzeichnete den „Letter of Intent“ mit Onyx-Manager Roman Ritter. © StMWiBU / Aneta Ufert

Die Anlage mit einer Leistung von rund 800 Megawatt (MW) solle im Rahmen der ersten Ausschreibung des Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetzes (StromVKG) errichtet werden und dazu beitragen, „die Versorgung des südbayerischen Wirtschaftsraums auch in Zeiten geringer Erzeugung aus erneuerbaren Quellen jederzeit zu gewährleisten“. Zur Realisierung des Projekts brauche man „verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen und funktionierende Ausschreibungsmechanismen“, sagt Roman Ritter, Onyx-Kraftwerksleiter in Zolling. Das Unternehmen werde die Planungen für das wasserstofffähige Gas- und Dampfturbinenkraftwerk weiter vorantreiben und stehe dafür „in engem Austausch mit politischen Entscheidungsträgern“.

ResInvest hat Onyx übernommen

Onyx Power hat rund 2.000 Megawatt installierte Erzeugungskapazität an vier Kraftwerksstandorten in Deutschland und den Niederlanden mit rund 400 Mitarbeitern. Im Februar dieses Jahres wurde der Strom- und Wärmeversorger mit Sitz in Berlin von der Handels- und Investmentgesellschaft ResInvest Group übernommen. Zuletzt erwarb ResInvest das deutsche Kraftwerk Datteln 4 vom europäischen Energieunternehmen Uniper, nachdem zuvor bereits zwei Kohle- und Biomassekraftwerke in Polen übernommen wurden. Die Gesellschaft ist eigenen Angaben zufolge in 16 Ländern präsent und auf Rohstoffe, Biomasse, Agrarprodukte und Seefracht spezialisiert.

Kartellamt kritisiert Entwurf des StromVKG

Allerdings ist noch unklar, wann genau das StromVKG in der vorliegenden Fassung des Bundeswirtschaftsministeriums, das für Gaskraftwerke hohe Subventionen vorsieht, vom Bundestag verabschiedet wird. Zu den prominentesten der zahlreichen Kritiker zählt das Bundeskartellamt, das bereits im Dezember Einwände erhoben hatte, die weiterhin nicht berücksichtigt wurden.

Das Bonner Bundeskartellamt hat massive Einwände gegen den Entwurf des Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetzes (StromVKG) in der jetzigen Form. © Bundeskartellamt

So sehe der Entwurf vor, dass bereits bei der Bewerbung auf Ausschreibungen ein Netzanschluss nachgewiesen werden müsse. „Dies führe „faktisch zu einer Bevorzugung bestehender Kraftwerksstandorte“. Noch nicht genehmigte neue Standorte hätten in der vorgesehenen Bewerbungsfrist „keine realistische Chance“ auf Netzanschlusszusage. Dies gelte insbesondere für Batteriespeicher, „die grundsätzlich auch ohne eine bereits vorliegende Anschlusszusage bis 2031 realisierbar wären, da sie gegenüber Gaskraftwerken deutlich geringere Bauzeiten aufweisen“.

Batteriespeicher faktisch ausgeschlossen

Im Übrigen seien Batteriespeicherprojekte sowieso „faktisch von der Ausschreibung“ ausgeschlossen. Das Bundeskartellamt hatte sich dafür ausgesprochen, Kapazitätsprojekte nicht zwangsläufig auf den Energieträger Erdgas (und/oder Wasserstoff) zu beschränken. Zwar gehe der Referentenentwurf grundsätzlich von einer Technologieoffenheit aus. Aufgrund der gleichzeitig enthaltenen detaillierten Regelungen zu den erforderlichen Anforderungen an die einzusetzenden Technologien könne die Teilnahme einzelner Technologien (etwa Batteriespeicher) „jedoch tatsächlich erschwert werden“ – oder sogar ausschließen.

Der Ende April veröffentlichte und am 13. Mai im Kabinett beschlossene Entwurf befindet sich derzeit im parlamentarischen Verfahren. Ob Onyx auch ohne das StromVKG in das Gaskraftwerk investieren würde, ist offen. 

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Am Standort Zolling soll ein 800 Megawatt leistendes G&D-Kraftwerk gebaut werden. © StMWiBU / Aneta Ufert