Deutschland: BMV verlängert Antragsfrist für Wasserstofftankstellen-Förderung bis 30. Juni +++ Kanada: H2-Reise für Unternehmen aus NRW +++ Deutschland: Cellcentric bringt neues Brennstoffzellensystem für Lkw und schwere Nutzfahrzeuge auf den Markt +++ Deutschland: Path2 Hydrogen und MP Industries entwickeln gemeinsam Wasserstoffprojekte in Europa +++ Indien: Konsortium soll jährlich 85.000 Tonnen grünes Ammoniak an SECI liefern +++ Österreich: Julius Meinl nimmt in Wien erste Wasserstoff-Kaffeerösterei in Betrieb
Eine Auswahl von PtX-Themen zum Wochenabschluss zusammengefasst
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Ein interaktives Tool der Now GmbH zeigt potenziell förderfähige Gebiete (grün) für Wasserstofftankstellen und Fahrzeuge. © Now GmbH (Screenshot)
(Deutschland) Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) verlängert die Antragsfrist für Fördermittel für den Bau von Wasserstofftankstellen in Verbindung mit wasserstoffbasierten Nutzfahrzeugen bis zum 30. Juni 2026. Grund sei das bundesweit „sehr große Interesse am Förderaufruf“. Nachgefragt würden Veranstaltungen und Fachtermine. Gleichzeitig seien „die Anforderungen an die Investitionsentscheidungen der Konsortien im derzeitigen Marktumfeld sehr anspruchsvoll“. Daher räume man der Branche etwas mehr Zeit ein, so die bundeseigene Now GmbH. Zudem zeigt sich ein erheblicher Informationsbedarf bei potenziellen Antragstellern, insbesondere in Bezug auf die Verfügbarkeit von Fahrzeugen und die aktuelle Angebotspalette, den Ausbau und Betrieb der Tankinfrastruktur sowie die Entwicklung der Wasserstoffpreise. Zur weiteren Unterstützung gibt es ein zusätzliches kostenfreies Webinar am 29. April 2026 von 09:00 bis 10:30 Uhr. Den Förderaufruf „Wasserstofftankstellen im Straßenverkehr in Verbindung mit Nutzfahrzeugen mit wasserstoffbasierten Antrieben“ gibt es auf der Website des Projektträgers Jülich.
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Die Kongressmesse Hyvolution findet jährlich in Europa, Indien, Südamerika und Nordamerika statt. © Hyvolution Canada
(Kanada) Die Wirtschaftsförderungsagentur der Bundesrepublik Deutschland GTAI führt in Kooperation mit Nordrhein-Westfalen (NRW) für Unternehmen eine Delegationsreise zum Thema grüner Wasserstoff nach Québec und Ontario, (Kanada) durch. Damit könnten Firmen Geschäftskontakte knüpfen und „die Aufmerksamkeit auf den wachsenden deutschen Markt“ lenken. Reiseziele seien die Wasserstoff-Kongressmesse Hyvolution in Trois-Rivieres (Québec) sowie Projekte, Unternehmen und Institutionen in den Metropolen Montréal und Toronto. Gefördert würden insbesondere kleine und mittlere Unternehmen aus NRW. Die Beteiligung ist kostenfrei und läuft über die De-minimis-Beihilfen der Europäischen Kommission. Reisezeit ist vom 28.09. bis 02.10.2026. Weitere Info und Anmeldung über die Website der Germany Trade and Invest – Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbH (GTAI).
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Cellcentric will sein neues „BZA375“ genanntes Brennstoffzellensystem für schwere Nutzfahrzeuge bis Ende des Jahrzehnts zur Serienreife bringen. © Cellcentric GmbH & Co. KG
(Deutschland) Die Cellcentric GmbH & Co. KG bringt unter dem Seriennamen „BZA375“ ein neues Brennstoffzellensystem auf den Markt. Es sei speziell auf die Anforderungen von Fernverkehrs-Lkw zugeschnitten, eigne sich aber auch etwa für Reisebusse, stationäre Energieerzeugung, Schienenverkehr und Bergbau. Im Mittelpunkt die Optimierung der Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO). Als Leistungsdaten nennt Cellcentric unter anderem bis zu 375 Kilowatt konstante Leistung (mehr als 500 PS) sowie 20 Prozent weniger Kraftstoffverbrauch im Vergleich zum bisherigen Cellcentric-System „BZA150“, wodurch ein voll beladener 40-Tonnen-Lkw unter realen Fahrbedingungen mit weniger als sechs Kilogramm Wasserstoff pro 100 Kilometer auskomme. Die Prototypenfertigung von BZA375 habe bereits begonnen. Erste Systeme durchliefen seit Monaten strenge Leistungs- und Haltbarkeitstests und stünden Kunden für eigene Test- und Validierungsaktivitäten zur Verfügung. Die Serienproduktion wird für das Ende des Jahrzehnts vorbereitet. Cellcentric ist ein Joint Venture von Daimler Truck und der Volvo Group. In Kürze könnte Toyota als Partner hinzu kommen (mehr dazu).
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Path2 und seine Technologieunternehmen ProtonH2 und GenH2 kooperieren mit MPI zur Entwicklung europäischer Wasserstoffprojekte. © GenH2 Corp
(Deutschland) Die deutsche Path2 Hydrogen AG und die estländische MP Industries OU wollen gemeinsam eine Pipeline von Wasserstoff- und Erneuerbare-Energien-Projekten auf den europäischen Märkten entwickeln. Path2 verfolgt den Ansatz, wasserstoffreiches Synthesegas aus unterirdischen Ressourcen wie erschöpfter und inaktiver Ölquellen zu produzieren. Diese Technologie habe das Potenzial, „riesige Mengen an kostengünstigem, kohlenstoffarmem Wasserstoff aus geologischen Formationen zu erschließen“. Im Oktober vergangenen Jahres hatte Path2 die kanadische ProtonH2 Inc. übernommen und damit auch die Patente zur Herstellung von Wasserstoff aus erschöpften Ölreservoirs. Überdies hatte Path2 Anfang 2025 die US-amerikanische GenH2 Corp. gekauft, ein auf Flüssigwasserstofftechnologie und -ausrüstung spezialisiertes Unternehmen. Das Ingenieur- und Projektentwicklungsunternehmen MPI fungiert als Auftragnehmer für Dienstleistungen im Bereich Engineering, Beschaffung und Bau (EPC) und erbringe langfristige Betriebs- und Wartungsdienstleistungen.
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Ein indisches Konsortium soll jährlich 85.000 Tonnen grünes Ammoniak an SECI liefern. Die Behörde des indischen Ministeriums für neue und erneuerbare Energien liefert das Gas an Düngemittelhersteller. © InSolare Energy Ltd
(Indien) Ein Konsortium aus InSolare Energy Ltd. und SCC Infrastructure Private Ltd. Green Ammonia Purchase Agreements (GAPA) hat mit der Solar Energy Corporation of India (SECI) einen Vertrag zur Lieferung von 85.000 Tonnen grünem Ammoniak pro Jahr im Rahmen der indischen National Green Hydrogen Mission unterzeichnet. Die Vereinbarungen wurden über Special Purpose Vehicles (SPV) für zwei verschiedene Projekte abgeschlossen, die eine langfristige Versorgung mit grünem Ammoniak an führende Düngemittelunternehmen ermöglichen. Demnach werden über einen Zeitraum von zehn Jahren jährlich 70.000 Tonnen an Madhya Bharat Agro Products Ltd. in Dhule (Maharashtra) geliefert sowie 15.000 Tonnen an Paradeep Phosphates Ltd. in Mangalore. SECI hat dazu auch Verträge mit den Abnehmern geschlossen. Vorausgegangen waren Ausschreibungen, wonach für Dhule ein Preis von 53,05 Rupien (0,48 Euro) pro Kilogramm erzielt wurde, für Mangalore 57,65 Rupien (0,53 Euro). Die Projekte haben den Angaben zufolge einen Wert von etwa 398 Millionen Dollar (339 Millionen Euro).
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Der Kaffeeröster Julius Meinl in Wien nutzt künftig Wasserstoff statt Flüssiggas. © Wien Energie / Max Kropitz
(Österreich) Im Wiener Bezirk Ottakring hat die Julius Meinl AG die erste wasserstoffbetriebene Kaffeerösterei Österreichs in Betrieb genommen. Die Kaffeeröstung zähle den Angaben zufolge zu den energieintensivsten Schritten der Kaffeeproduktion. Bisher werde dafür Flüssiggas in Wien und Erdgas in Italien eingesetzt. Eine vollständige Elektrifizierung sei aufgrund der technischen Anforderungen derzeit nur schwer umsetzbar. Grüner Wasserstoff biete „eine lokal produzierte, klimaneutrale und technologisch fortschrittliche Alternative“. Dem Projekt gingen rund zehn Jahre Forschungs- und Entwicklungsarbeit voraus. Erzeugt wird der grüne Wasserstoff vom Versorger Wien Energie im 40 Autominuten entfernten Simmering mittels eigener Elektrolyse. Der Transport nach Ottakring erfolgt mittels Gasflaschen. Seit 2024 erzeugt Wien Energie in Simmering den Energieträger aus Wind-, Sonnen-, und Wasserkraft.
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iStock / © Danil Melekhin



