Deutschland: PEM entwickelt skalierbares Brennstoffzellensystem für Flugzeuge +++ Portugal: Porto bekommt auf Brennstoffzellenbusse abgestimmtes Verkehrsmanagement +++ Deutschland: Rolle von Wasserstoffspeichern wird erheblich unterschätzt +++ Indien: Insolare und Versogen entwickeln AEM-Stacks und Elektrolyseur +++ Bulgarien: EU fördert südosteuropäischen Hydrogen Backbone mit 4,5 Millionen Euro
Eine Auswahl von PtX-Themen zum Wochenabschluss zusammengefasst
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Die RWTH Aachen beteiligt sich an einem Projekt, um langlebige und skalierbare Brennstoffzellensysteme für die Luftfahrt zu entwickelt. © Airbus SAS
(Deutschland) Der Lehrstuhl „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) der RWTH Aachen ist mit Partnern aus Forschung und Industrie in das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt „GENtwoPRO“ gestartet. In dem auf drei Jahre anberaumten Vorhaben geht es um die Entwicklung eines skalierbaren Brennstoffzellensystems für den Einsatz in Kurzstrecken-Passagierflugzeugen mit einem Fassungsvermögen von rund 100 Sitzplätzen. Dabei soll ein hochgradig effizienter, leichter und zertifizierbarer Antrieb entstehen, das den speziellen Anforderungen der zivilen Luftfahrt gerecht wird. Brennstoffzellensysteme seien bislang „nur eingeschränkt für den dynamischen und sicherheitskritischen Betrieb in Flugzeugen ausgelegt“, sagt PEM-Leiter Achim Kampker. „Um Wasserstoff als Energieträger in der Luftfahrt nutzbar zu machen, müssen die Systeme nicht nur leistungsfähig, sondern auch langlebig und skalierbar sein.“
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Unter Leitung von CaetanoBus führt die Stadt Porto ein Verkehrsmanagement für Brennstoffzellenbusse ein. © CaetanoBus
(Portugal) Die Stadt Porto hat ein auf Wasserstoff basierendes „Bus Rapid Transit“-System (BRT) eingeführt. Der Fahrzeugbauer CaetanoBus übernimmt die Koordination aller Beteiligten. Dazu gehört unter anderem die Integration wichtiger Systemkomponenten, einschließlich der Lieferung von Brennstoffzellenfahrzeugen, Integration einer lokalen Produktion für grünen Wasserstoff, Installation und Inbetriebnahme der Wasserstofftankstation (HRS) sowie der Bereitstellung von Photovoltaikmodulen zur Erzeugung erneuerbarer Energien vor Ort, ferner die Flottenoptimierung und Planung einer Werkstatt nebst Fahrzeugwartung. Das Projekt ermögliche Caetanobus die Erfassung technischer und wirtschaftlicher Leistungsdaten über den gesamten Lebenszyklus von der Systementwicklung und der Integration der Infrastruktur bis hin zum täglichen Flottenbetrieb. Das Unternehmen plant in einem nächsten Schritt ein „Pay-per-Use“-Angebot für öffentliche und private Betreiber zur Nutzung der gesamten Infrastruktur. Caetano, Teil von Toyota Caetano Portugal und Mitsui & Co., stellt zwölf 18-Meter-Busse zur Verfügung, die über Türen auf beiden Seiten verfügen.
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Studie: „Die Rolle von Wasserstoffspeichern wird erheblich unterschätzt.“ © Westfälisches Energieinstitut / Markus J. Löffler
(Deutschland) Ein großskaliges importdominiertes Wasserstoffsystem ohne nationale Speicherinfrastruktur sei kein tragfähiges Energiesystem, sondern ein geopolitisches Risiko. „Wer die Speicherfrage als marktwirtschaftliches Detailproblem behandelt, unterschätzt ihre strategische Bedeutung.“ Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Wasserstoffspeicherung im Jahr 2045“ des Westfälischen Energieinstituts. Die Entscheidung über die Dimension der Wasserstoffspeicher sei demnach „nicht nur eine technische oder ökonomische Frage, sondern eine Frage energiepolitischer Souveränität“, so der Autor Markus Löffler. Sie bestimme, „ob Deutschland im Jahr 2045 über ein robustes Energiesystem verfügt – oder über eines, das im Krisenfall von externen Akteuren abhängig ist.“ Die Studie untersucht vor allem die Frage, wie groß der Wasserstoffspeicherbedarf Deutschlands im Jahr 2045 unter realistischen systemischen Annahmen sein muss, ausgehend von der seitens des Bundeswirtschaftsministeriums genannte Größenordnung von rund 76 bis 80 Terawattstunden (TWh) saisonaler Wasserstoffspeicherung, die in der öffentlichen Diskussion häufig als Orientierungswert verwendet werde. Auf Basis der Szenarien des Nationalen Wasserstoffrats errechnet die Studie einen Speicherbedarf von 175 bis 315 TWh. Energetisch entspreche das etwa den heutigen Erdgasreserven von rund 250 TWh. Aufgrund der deutlich geringeren volumetrischen Energiedichte von Wasserstoff wäre jedoch etwa das Fünffache des heutigen Speichervolumens erforderlich. Für die gleiche Energiemenge müssten also deutlich mehr Salzkavernen geschaffen und bestehende Strukturen umfassend umgewidmet werden. Die Studie „Wasserstoffspeicherung im Jahr 2045 als Konsequenz einer grünen Wasserstoffwirtschaft“ gibt es als PDF (59 Seiten).
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Versogen hatte bereits 2023 eine Produktionskapazität für Membrane erreicht, um damit AEM-Elektrolyseure mit einem Gigawatt Leistung herzustellen. © Versogen Inc.
(Indien) Die Insolare Energy Ltd (IEL) und das US-Unternehmen Versogen Inc. wollen gemeinsam Anion Exchange Membrane (AEM)-Technologien für den indischen Markt für grünen Wasserstoff entwickeln und kommerzialisieren. Insolare Energy wolle unter anderem Patente, Know-how und Designexpertise von Versogen für die Stack-Entwicklung lizenzieren. Die Technologiepartnerschaft solle dazu beitragen, leistungsstarke Elektrolyseuren zu entwickeln, die speziell auf den indischen Markt zugeschnitten sind. Insolare Energy plane, eine Fertigungsanlage mit einer Kapazität von 250 bis 300 Megawatt zu errichten, skalierbar bis zu einem Gigawatt.
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Erste Phase des südosteuropäischen Hydrogen Backbone: Wasserstoffpipeline mit Kompressorstationen von Sofia bis nahe der griechischen Grenze. © Bulgartransgaz EAD
(Bulgarien) Der Übertragungsgasnetzbetreiber Bulgartransgaz EAD bekommt von der Europäischen Kommission 4,56 Millionen Euro zur Finanzierung der Wasserstoffinfrastruktur des Landes. Das Vorhaben sei die erste Entwicklungsphase des bulgarischen „Hydrogen Backbone“ und ein zentraler Bestandteil des südosteuropäischen Wasserstoffkorridors, der Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, die Slowakei, die Tschechische Republik und Deutschland verbindet. Vorgesehen ist der Bau einer 250 Kilometer langen Pipeline mit einer Kapazität von etwa 80 Gigawattstunden pro Stunde, außerdem zwei Kompressorstationen in den Regionen Kulata (Gemeinde Petrich) und Dupnitsa mit jeweils 24 Megawatt Leistung. Ziel des Projekts ist es, die Voraussetzungen für die Übertragung von Wasserstoff von/nach Griechenland und der Region Sofia in Bulgarien zu schaffen. Später soll die Infrastruktur sowohl auf bulgarischem Gebiet als auch grenzüberschreitend nach Rumänien und andere Nachbarländer erweitert werden.
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iStock / © Danil Melekhin



