(Seoul / Südkorea) – Die koranische Hyundai Motor Group (HMG) will auf 1,2 Millionen Quadratmetern ein Innovationszentrum entwickeln, basierend auf Robotik, künstlicher Intelligenz sowie AI-basierten Lösungen für Transport und Infrastruktur. Die Versorgung erfolgt mittels Wasserstoff und Solarenergie.
Als Standort wird Gunsan City in der Region Saemangeum an der Westküste des Landes genannt, knapp 200 Kilometer südöstlich von Seoul. Das Vorhaben werde durch Rahmenabkommen sowohl mit der südkoreanischen Regierung als auch mit der Regierung der Provinz Jeonbuk unterstützt. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich den Angaben zufolge auf geschätzt rund neun Billionen Won (5,3 Milliarden Euro).
H2-Infrastruktur für Mobilität und Versorgung
Davon sollen etwa 575 Millionen Euro für eine 200 Megawatt leistende Elektrolyseanlagen genutzt werden. Der damit produzierte Wasserstoff aus erneuerbaren Energien sei unter anderem für Tankstellen bestimmt. Damit einher gehe der Aufbau von Verteilnetzen und weiterer Infrastruktur für den Betrieb von Straßenbahnen, Pkw, Bussen und Schwerlastverkehr. Auch wolle man die Grundlage „für die Etablierung eines integrierten Wasserstoffökosystems mit Produktion, Versorgung, Speicherung und Nutzung“ schaffen.

Hyundai zelebrierte 2025 den Baubeginn der Brennstoffzellenfabrik in Ulsan, wo zuvor Verbrennungsmotoren gebaut wurden. Die PEM-Fabrik soll 2027 in Betrieb. © Hyundai Motor Company
Bereits 2025 wurde mit dem Bau einer Anlage zur Herstellung von PEM-Elektrolyseuren und Wasserstoffkomponenten am vormaligen Standort für Verbrennungsmotoren in Ulsan begonnen, etwa sieben Autostunden von Saemangeum entfernt (wir berichteten).
Die Anlage an der Ostküste des Landes soll jährlich 30.000 Brennstoffzelleneinheiten sowie PEM-Elektrolyseure für verschiedene Sektoren wie Pkw, Nutzfahrzeuge, Busse, Baumaschinen und Schiffe in Serie produzieren.Die Fertigstellung sei für 2027 geplant.
Solarportfolio im Gigawattbereich
Um den nachhaltigen Betrieb des Innovations-Hubs in Saemangeum sicherzustellen, wolle der Konzern bis 2035 eine Solarleistung im Gigawatt-Maßstab entwickeln. Dafür sind rund 753 Millionen Euro vorgesehen. Für den energieintensiven Betrieb der geplanten Rechenzentren der „AI Hydrogen Smart City“ werde dann zuverlässig umweltfreundlicher Grundlaststrom bereitgestellt und „das gesamte technologische Portfolio“ der Gruppe „in ein industrielles Ökosystem“ mit KI, Wasserstoff und Robotik integriert.
Für die weitere Zukunft plane die Gruppe, ihre Smart-City-Lösungen und urbanen KI-Anwendungen global auszuweiten, basierend auf den in Saemangeum gewonnenen Erfahrungen. Die Investition in Saemangeum solle „erhebliche wirtschaftliche Vorteile bringen und eine ausgewogene regionale Entwicklung fördern“. Hyundai schätzt die Wertschöpfung auf umgerechnet etwa 9,26 Milliarden Euro. Auch erwarte man die Schaffung von 71.000 direkten und indirekten Arbeitsplätzen in Korea.
Baubeginn noch 2026
Erste Visionen einer Smart City hatte HMG bereits 2022 und 2024 auf der Kongressmesse „World Cities Summit“ in Singapore vorgestellt. Auch seinerzeit war bereits die Versorgung ausschließlich mit Wasserstoff geplant, der per intelligenter Systeme bis in die Häuser strömen könnte, um dort Brennstoffzellen zu versorgen. Der Aufbau des jetzt gereiften Innovationszentrums solle noch in diesem Jahr starten.
Korea positioniere sich als „globaler Marktführer“ bei der Produktion sauberer Energie und wasserstoffbetriebener Mobilität. Um den Übergang des Landes zu einer Wasserstoffwirtschaft zu beschleunigen, plane Hyundai, die Elektrolyseurkapazität systematisch auch in anderen Regionen des Landes auszubauen. Angestrebt werde eine Gesamtleistung von vorerst einem Gigawatt. „Was wir in Saemangeum planen, ist nicht nur eine komplette Umwälzung der Region, sondern wir schaffen Koreas industrielle Zukunft“, sagt Jaehoon Chang, Vice Chair of Hyundai Motor Group.
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Erste Ideen einer Smart City hatte HMG bereits 2022 auf der Kongressmesse „World Cities Summit“ in Singapore vorgestellt – jetzt will der Konzern erste reale Erfahrungen sammeln und noch in diesem Jahr mit dem Bau eines wasserstoffversorgten Innovationszentrum beginnen. © Hyundai Motor Group




