Kanada: Global Power Solutions und Northern Hydrogen entwickeln H2-Energieplattform +++ Schweden: Power Cell beteiligt sich am EU-Projekt MiNaMi für maritime FC-Anwendungen +++ USA: Plug Power verkauft Anteil an Gateway-Projekt für mehr als 132 Millionen Dollar +++ Irland: Gasunternehmen bewerten Potenzial von grünem Wasserstoff an der Westküste +++ Deutschland: Forscher arbeiten an digitalisierter H2-Wertschöpfungskette für den Bergbau +++ Kanada: Everwind bekommt von Nuveen 175-Millionen-Dollar-Finanzspritze für Onshore-Windparks +++ Deutschland: Uni Koblenz bekommt 2,4 Millionen Euro zur H2-Forschung für Feuerfestindustrie +++ Deutschland: Bund fördert Wasserstoffprojekte im Ausland mit knapp einer Milliarde Euro

Eine Auswahl von PtX-Themen zum Wochenabschluss zusammengefasst

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(Kanada) Global Power Solutions Corp. hat eine endgültige Vereinbarung mit der Northern Hydrogen and Energy Ltd. zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung modularer Wasserstoffsysteme getroffen. Dies hatte sich bereits im Januar abgezeichnet, als die Unternehmen (wie berichtet) eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten. Demnach wolle man eine dezentrale Energieplattform entwickeln, bei der vor Ort Wasserstoff erzeugt wird. Diese sei von 80 Kilowatt auf bis zu mehrere Megawatt skalierbar und könne im Laufe der Zeit auch im Versorgungsmaßstab Anwendung finden, etwa in Rechenzentren, abgelegenen Industriebetrieben und in netzunabhängigen Strommärkten.

In der aktuellen „Marktübersicht Elektrolyseure“ listet Power-to-X rund 100 Geräte mit Leistungen ab einem Kilowatt bis in den Gigawattbereich mit Herstellerkontakt. Erfasst sind AEL, PEM und SOEC. Die Übersicht veröffentlichen wir im März.

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Das 225 Kilowatt leistende Brennstoffzellensystem „Marine System 225“ von Power Cell. © Powercell AB

(Schweden) Der schwedische Hersteller von Brennstoffzellen Power Cell AB schließt sich dem EU-Projekt MiNaMi an, in dessen Rahmen Europas erstes Megawatt-Brennstoffzellensystem für den maritimen Einsatz erforscht wird. Dabei sollen ein modulares PEM-Brennstoffzellensystem und Leistungselektronik entwickelt werden, die als Bausteine für Multi-Megawatt-Anlagen mit einer Leistung von über zehn Megawatt geeignet sind, um emissionsfreie Lösungen für große Schiffe und andere Hochleistungsanwendungen zu ermöglichen. Ziel ist der Einsatz im langfristigen Betrieb von 80.000 Stunden und mehr als einer Million Seemeilen bei 12,5 Knoten. Der Anteil von Power Cell am Projekt beträgt bis Ende 2028 etwa 2,6 Millionen Euro. Die Technologie ist so konzipiert, dass sie sektorübergreifend auch auf die Luftfahrt übertragbar sei. Beteiligt sind neben Power Cell Sweden AB auch DFDS A/S, Vaisala Oyj, ABB Marine & Ports und Allengra Srl sowie Forschungsorganisationen wie VTT, SINTEF, Centre for Research and Technology Hellas (CERTH) und die Fondazione Bruno Kessler (FBK).

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Plug Power will sich durch Asset-Verkäufe Liquidität von mehr als 275 Millionen Dollar für seine Wasserstoffvohaben verschaffen. © Plug Power Inc.

(USA) Die Plug Power Inc. verschafft sich Liquidität durch den Verkauf ihres Anteils am Projekt „Gateway“ (Standort New York) an Stream Data Centers L.P., einem Entwickler und Betreiber von Rechenzentren. Plug erwartet eigenen Angaben zufolge einen Bruttoerlös von „mindestens“ 132,5 Millionen Dollar; möglich seien eventuell auch 142 Millionen. Der Verkauf soll bis Ende Juni 2026 abgeschlossen sein. Ursprünglich wollte Plug Power auf dem Gelände dort Wasserstoff produzieren. „Diese Transaktion ermöglicht es Plug, Werte aus bestehendem Vermögen zu schöpfen und den Fokus auf Wasserstoffproduktion und Einsatz von Brennstoffzellen beizubehalten“, so das Unternehmen. Im laufenden Jahr würden zwei weitere Transaktionen umgesetzt. Plug Power hatte im November vergangenen Jahres angekündigt, man wolle insgesamt Liquiditätsverbesserungen von mehr als 275 Millionen Dollar unter anderem durch eine Kombination aus Asset-Monetarisierung, Freigabe von Barmittel sowie reduzierten Wartungskosten erzielen. Auch diese Transaktion wurde seinerzeit angekündigt, allerdings ohne Nennung des Käufernamens.

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Drei Gasunternehmen wollen das Potenzial von grünem Wasserstoff an der Westküste Irlands untersuchen: Jarlath Trench (Managing Director Vermilion Ireland), Tom O’Brien (CEO Nephin Energy Group) und David Kelly (CEO Gas Networks Ireland). © Gas Networks Ireland

(Irland) Gas Networks Ireland und das Corrib Joint Venture von Nephin Energy (43,5 Prozent) und dem Erdgaslieferanten Vermilion Energy Group (56,5 Prozent) arbeiten gemeinsam an einem Pilotprojekts für grünen Wasserstoff am Bellanaboy Bridge-Gasterminal im County Mayo (Provinz Connacht) an der Westküste der Republik. Im Rahmen der Vereinbarung soll das Potenzial bewertet werden, grünen Wasserstoff mit erneuerbarem Strom und der bestehenden Energieinfrastruktur von Corrib zu produzieren. Zunächst werde eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, um die großen Windressourcen des Countys sowie den Anschluss Bellanaboys an das nationale Gasübertragungsnetz zu analysieren. Dort wird bislang das Erdgas aus dem Corrib-Gasfeld vor der Küste verarbeitet, dessen Ertrag rund 60 Prozent des irischen Bedarfs decken kann. Die Umnutzung der Corrib-Infrastruktur könne hochwertige regionale Beschäftigung fördern und Investoren anziehen.

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Forscher arbeiten an einem digitalen System, das energieintensive Bergbauprozesse dekarbonisieren und im Realbetrieb validiert werden soll. © RWE AG / Andre Laaks

(Deutschland) Die RWTH Aachen entwickelt mit mehreren Partnern am Lehrstuhl „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) eine auf die Anforderungen des Bergbaus zugeschnittene „digitalisierte, skalierbare und nachhaltige Wasserstoffinfrastruktur“. Dabei gehe es vor allem um die CO2-freie Energieversorgung schwerer Bergbaufahrzeuge mit grünem Wasserstoff, der mittels aufbereitetem Grubenwasser erzeugt werde. „Die gesamte Wasserstoffwertschöpfungskette von der Produktion über die Speicherung und Verteilung bis hin zur Anwendung in Brennstoffzellenfahrzeugen soll dabei systemisch integriert und physisch in Form von Prototypen umgesetzt werden“, so das Institut. Der Einsatz digitaler Zwillinge sowie KI-basierter Steuerungssysteme solle den Betrieb sowie die Effizienz und die Kosten optimieren. Ziel sei es, ein „Gesamtsystem hervorzubringen, das energieintensive Bergbauprozesse dekarbonisiert und im Realbetrieb validiert“ werde. An dem von PEM geleiteten Projekt sind das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU und die N+P Informationssysteme GmbH aus Sachsen beteiligt. Die Nivelsteiner Sandwerke und Sandsteinbrüche sowie das Unternehmen HYDAC International fungieren als assoziierte Partner. Das vom Bundesforschungsministerium mit Mitteln in nicht genannter Höhe finanziere Projekt „DigHy“ läuft vom 1. März 2026 bis 28. Februar 2029.

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Standort der geplanten Produktion in Nova Scotia. © Everwind Fuels Ltd.

(Kanada) Der Ökoenergieanbieter Everwind Fuels Co. bekommt einen Finanzspritze in Höhe von 175 Millionen US-Dollar (151 Millionen Euro) von dem US-amerikanischen Investor Nuveen Energy Infrastructure Credit (EIC) für den Ausbau seines Onshore-Wind-Portfolio mit einer Leistung von mehr als 650 Megawatt. Die Mittel dienen der Unterstützung des „Point Tupper Green Fuels“-Projekts in der Provinz Nova Scotia. Die erforderlichen Gesamtinvestitionen lägen bei mehr als zwei Milliarden US-Dollar. Das indigene Konsortium unter der Leitung der Membertou First Nation halte die Mehrheitsbeteiligung an Windprojekten der Phase 1. Der jährliche Ertrag könne etwa 200.000 Haushalte mit Strom versorgen, diene aber vorrangig der Produktion von grünem Wasserstoff und Ammoniak für den Export. Der Baubeginn ist für 2026 geplant, der kommerzielle Betrieb für 2028. Nuvens Fonds „Energy Power Infrastructure Credit II“ wird von kanadischen Pensionsplänen und Versicherungsgesellschaften gespeist.

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Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt hat dem Präsidenten der Universität Koblenz Stefan Wehner einen Förderbescheid in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln für das Projekt Hydrofuture überreicht. © Universität Koblenz / Felix Schlief

(Deutschland) Die Universität Koblenz bekommt Fördermittel in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro für das Projekt „Hydrofuture“ der Professur Technische Chemie und Korrosionswissenschaften. Damit solle die Nutzung von Wasserstoff in energieintensiven Industrien wie beispielsweise der Feuerfestindustrie untersucht werden, die im Norden von Rheinland-Pfalz stark vertreten sei. Mit einer Experimentalanlage zur Erforschung der Wechselwirkungen zwischen Wasserstoffatmosphären und feuerfesten keramischen Materialien würden werkstoffseitige Neuentwicklungen feuerfester Auskleidungen unter industriellen Prozessbedingungen simuliert und die eingesetzten Werkstoffe über nachgeschaltete Auswerteverfahren charakterisiert. Die Ergebnisse dienten als Grundlage für die Herstellerindustrie, „zuverlässige Materiallösungen für den globalen Wettbewerb zu entwickeln“. Die in Rheinland-Pfalz ansässige Feuerfestindustrie stelle dem Angaben zufolge rund ein Drittel aller in Europa produzierten Feuerfestmaterialien her. Etwa 70 Prozent ihrer Produkte würden an die Stahl- und Metallbranche geliefert.

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(Deutschland) Die Bundesregierung hat seit 2021 Förderzusagen für Auslandsprojekte mit Wasserstoff- beziehungsweise Power-to-X-Technologien (PtX) über rund 975 Millionen Euro getroffen. Davon seien etwa 486 Millionen Euro bereits ausgezahlt. Das geht aus der Antwort (21/4166) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor. Dazu gehöre auch das Förderinstrument H2Global, mit dem ein schneller Markthochlauf von grünem Wasserstoff durch ein Doppelauktionsmodell vorangebracht werden soll, außerdem bilaterale Vereinbarungen etwa mit Kanada.

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iStock / © Danil Melekhin