Schottland: Clyde Hydrogen will mit integriertem Elektrolyseur Kosten senken +++ Kanada: Max Power stößt auf weißen Wasserstoff +++ Österreich: Bosch und Linz AG wollen Wasserstoffwirtschaft entwickeln +++ USA: Nimbus testet Brennstoffzellen für Weltraummissionen +++ Finnland: P2X Solutions liefert grünen Wasserstoff an Finavia +++ USA: Fastech entwickelt transportable Wasserstofftankstation +++ Deutschland: „Nationale Allianz für Wasserstoffsicherheit“ gegründet +++ Finnland: Fortum produziert in Kalla ersten Wasserstoff +++ Deutschland: Weser-Ems-Bus nimmt sechs Wasserstoffbusse in Betrieb +++ Namibia: Plug Power liefert 5-MW-Elektrolyseur an Cleanergy Solutions
Eine Auswahl von PtX-Themen zum Wochenabschluss zusammengefasst
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Clyde Hydrogen will erneuerbare Energien direkt zur Produktion von Wasserstoff nutzen, um Kosten zu senken. © Clyde Hydrogen Systems Ltd.
(Schottland) Clyde Hydrogen Systems Ltd. hat den Prototyp für ein Elektrolyseverfahren vorgestellt, das den Einsatz von Wasserstoff im Vergleich zu den heute verfügbaren herkömmlichen Systemen „deutlich sicherer, einfacher und günstiger“ machen soll. Dabei werde das System direkt mit erneuerbaren Energien betrieben und der Wasserstoff in einer nicht-gasförmigen Form gespeichert. Bereits im vergangenen Jahr wurde mit diesem Verfahren erstmals Wasserstoff unter hohem Druck produziert. Mit dem Start des Prototyps werde sich das Unternehmen nun auf die Skalierung zu einem kommerziellen Demonstrator konzentrieren. Das erste marktbereite Produkt sei 2028 geplant. Clyde Hydrogen ist ein Spin-out der School of Chemistry der Universität Glasgow und werde durch Pre-Seed-Finanzierung von Zinc Investment Management LLP, der Universität Glasgow und Dale Vinces Ecotricity sowie durch Fördermittel des schottischen Hydrogen Innovation Scheme (HIS) und des Net Zero Technology Centre (NZTC) unterstützt. Im ersten Halbjahr 2026 wolle man fünf Millionen Pfund an Startkapital sammeln.
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Max Power leitet aus Bohrungen bis in Tiefen von 2.000 Metern aufgrund der geologischer Formation das Vorkommen natürlichen Wasserstoffs ab. © Max Power Mining Corp.
(Kanada) Die Max Power Mining Corp. ist eigenen Angaben zufolge auf unterirdischen natürlich vorkommenden (weißen) Wasserstoff gestoßen. Standort sei in der Nähe von Central Butte in der Provinz Saskatchewan. Bei der „Lawson“ genannten Bohrung liege die Wasserstoffkonzentrationen bei bis zu 286.000 ppm (28,6 Prozent). Max Power ist zuversichtlich, aufgrund der geologischen Formationen auch an anderen Stellen des 475 Kilometer langen „Genesis Trend“ genannten Gebietes, in dem das Unternehmen exploriert, Wasserstoff zu finden. Eine vollständig finanzierte zweite Bohrung solle wieder aufgenommen werden. Genesis Trend grenzt an den Industriekorridor Regina-Moose Jaw, wo eine starke Nachfrage nach Wasserstoff bestehe. Seine gesamte östliche Grenze schmiege sich an die Prairie Evaporite mit den weltweit größten Kalireserven, welche nach Einschätzung des geologischen Teams von Max Power als regionale „Salzbarriere” fungiere, die eine für die Anreicherung von natürlichem Wasserstoff förderliche Abdichtung bilde. Für Februar sei nun eine 47 Quadratkilometer große 3D-Seismikuntersuchung geplant sowie eine Bohrung zur Bewertung der kommerziellen Nutzbarkeit.
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Bosch und Linz planen gemeinsam Wasserstoffprojekte in Oberösterreich (v.l.): Erich Haider (Generaldirektor der Linz AG), Linzer Bürgermeister Dietmar Prammer, Helmut Weinwurm (Vorstandsvorsitzender der Robert Bosch AG), Thomas Pauer (Bosch-Aufsichtsratsvorsitzender). © Robert Bosch AG / APA-Fotoservice / Schneeberger
(Österreich) Die Robert Bosch AG und der kommunale Versorger Linz AG wollen innovative Wasserstofflösungen für Linz in Oberösterreich entwickeln. Schwerpunkt sei die künftige Nutzung von grünem Wasserstoff aus dem Bosch-Elektrolyseprüffeld im Engineering Center sowie dessen Anbindung an das entstehende H2-Startnetz und weiterer Pilotprojekte zur Wasserstofferzeugung. Darüber hinaus prüften Bosch und Linz Optionen für den Aufbau weiterer Elektrolyseanlagen sowie Potenziale zur Optimierung durch eine gemeinsame Nutzung von Infrastruktur. Ein weiterer Fokus liege auf der Erprobung eines netzdienlichen Betriebs zur Systemstabilisierung des Stromnetzes und der effizienten Nutzung erneuerbarer Energien. Flankierend dazu würden Forschungspartner eingebunden, um technische, wirtschaftliche und ökologische Aspekte wissenschaftlich zu begleiten.
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Nimbus testet Brennstoffzellen für die Artemis-Mondlandemission der NASA. © Nimbus Power System Inc.
(USA) Die Nimbus Power System Inc. hat eigenen Angaben zufolge Stoß- und Vibrationstests an schwerkraftunabhängiger Brennstoffzellentechnologie abgeschlossen. Diese simulierten die erwartbaren mechanischen Lasten, einschließlich des Starts, für die geplante „Artemis“-Mission der NASA. Brennstoffzellen reagieren mit Sauerstoff und Wasserstoff, um Strom, Wärme und Trinkwasser zu erzeugen – drei wichtige Ressourcen für bemannte Raumfahrtoperationen. Die Technologie von Nimbus entferne Produktwasser durch eine Kombination aus Kapillar- und Hydraulikkräften, die von der Weltraumumgebung nicht beeinträchtigt würden. Dieser Vorteil im Wassermanagement verringere die Systemkomplexität und biete erhebliche Gewichtseinsparungen. Das Raumfahrtunternehmen Blue Origin von Jeff Bezos will die Polymer-Elektrolytmembran-Brennstoffzellentechnologie für das „Blue Moon Lunar Lander“-Programm nutzen, das von der NASA für eine bemannte Mondlandung eingesetzt werden soll. Blue Origin baut und betreibt wiederverwendbare Raketentriebwerke, Trägerraketen, Systeme im Weltraum und Mondlandegeräte.
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P2X Solutions liefert grünen Wasserstoff an Finnlands Flughafenbetreiber Finavia für ein Pilotprojekt in Helsinki. © P2X Solutions Oy
(Finnland) P2X Solutions Oy liefert grünen Wasserstoff an Finnlands größten Flughafenbetreiber Finavia für ein Pilotprojekt am Helsinki Airport. Dort soll der Energieträger als Kraftstoff für ein Flughafen-Wartungsfahrzeug getestet werden. Das Gerät eigne sich für verschiedene Anbauten, etwa für Kehrmaschine oder Schneepflug, sodass es das ganze Jahr über bei verschiedenen klimatischen Bedingungen eingesetzt werden kann. Das Pilotprojekt ist Teil des von der EU finanzierten Interreg-Baltsee-Regionalprogramms HyAirport. Es liefere Finavia wertvolle Informationen über den sicheren Einsatz von grünem Wasserstoff im Luftfahrtsektor und lege die Grundlage für eine breitere Einführung in der Zukunft.
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Fastnet entwickelt eine mobile Wasserstofftankstation und will diese nun zur Serienreife bringen. © Fastech Fueling and Service Technologies Inc.
(USA) Der Ingenieurdienstleister Fastech Fueling and Service Technologies Inc. hat in Zusammenarbeit mit dem Trailer-Hersteller Kwik Equipment Sales LLC eine transportable Wasserstofftankstation entwickelt. Der Anhänger mit einem „Maximator 1.5“ genannten Kompressionsmodul solle Wasserstoff sowohl bei leichten als auch bei schweren Drücken bis 700 bar komprimieren, speichern und kühlen. Die Kapazität betrage 110 Kilogramm pro Stunde bei einer Leistung von 200 Kilowattstunden. In der nächsten Phase erfolge nun die Endmontage des Trailers in der Fastech-Zentrale in Fountain Valley, Kalifornien. Das Unternehmen hat eigenen Angaben zufolge bereits über 50 stationäre Wasserstofftankstellen entwickelt und gebaut.
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Acht Institutionen haben eine „Nationale Allianz für Wasserstoffsicherheit“ gegründet. © Bundesanstalt für Materialforschung
(Deutschland) Acht Institutionen haben eine „Nationale Allianz für Wasserstoffsicherheit“ (NAWS) gegründet. „Um den Markthochlauf der Wasserstofftechnologien zu unterstützen, bedarf es einer koordinierten Zusammenarbeit der Kompetenzträger zur Wasserstoffsicherheit“, so die federführenden Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). „Die allgemeine Akzeptanz von Wasserstofftechnologien“ gelte derzeit als hoch. Studien zeigten aber auch, „dass sich die meisten Menschen noch nicht detailliert mit dem Einsatz von Wasserstoff in ihrem unmittelbaren Umfeld befasst haben“. Einzelne Vorfälle könnten daher in der aktuellen Phase des Markthochlaufs einen großen Einfluss auf die öffentliche Meinung haben. „Es kann zu einem Hemmnis für den Hochlauf von Wasserstofftechnologien werden, wenn sicherheitstechnische Maßnahmen nicht von Anfang an berücksichtigt und bestehende Wissenslücken zu spät angegangen werden.“ Neben der BAM gehören die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), das Forschungszentrum Jülich, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Fraunhofer-Gesellschaft, die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI), die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) sowie die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg der Allianz an. Die Institutionen wollen dabei „insbesondere ihre unterschiedlichen Netzwerke nutzen, um die Wasserstoffsicherheit wirksam auf allen Ebenen voranzubringen“.
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Fortum produziert im Kalla-Testzentrum ersten Wasserstoff. Das Bild stammt von Dezember 2025. © Fortum Oy
(Finnland) Der Kraftwerkskonzerns Fortum Oy hat im Kalla-Testzentrum während der ersten Phasen der Inbetriebnahme der Elektrolyseuranlage erstmals Wasserstoff produziert. Es soll im Frühjahr 2026 voll betriebsfähig sein.„Dieser erste Wasserstoff aus Kalla ist ein wichtiger Meilenstein für Fortum, das Potenzial von Wasserstoff für die Dekarbonisierung der nordischen Industrie zu erkunden“, sagt Vicepresident P2X Satu Sipola. Die Kapazität liege bei 32,5 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde. Der Konzern testet zwei Technologien: einen Alkalielektrolyseur mit einer Leistung von einem Megawatt der estnischen Firma Stargate Hydrogen Solutions sowie einen PEM-Elektrolyseur mit 0,75 Megawatt von Hystar A/S. Das Kalla Test Center dient bis 2028 als Lern- und Entwicklungsplattform. Der Wasserstoff aus Kalla wird im Rahmen einer bestehenden Vereinbarung an P2X Solutions geliefert.
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Weser-Ems-Bus nimmt sechs Wasserstoffbusse in Betrieb. © DB AG / Angelika Theidig
(Deutschland) Die DB Regio AG, Tochter der Deutschen Bahn (DB), hat bei der Weser-Ems-Busverkehr GmbH im Landkreis Friesland sechs Wasserstoffbusse des portugiesischen Herstellers Caetano in Betrieb genommen. Die Fahrzeuge haben 590 Kilometer Reichweite. Die auf dem Dach verbauten Tanks verfügen über eine Kapazität von 37,5 Kilogramm Wasserstoff. Die Brennstoffzelle des Herstellers Toyota lädt permanent eine Batterie, die den Bus antreibt. Getankt wird zunächst an einer mobilen Station auf dem Betriebshof in Jever. Diese wurde gemeinsam mit der unabhängigen Forschungseinrichtung Technologie-Transfer-Zentrum (ttz) Bremerhaven und dem Wasserstoffhersteller und -lieferanten Lhyfe installiert. Im Jahr 2026 ist geplant, eine öffentliche Wasserstofftankstelle durch den Betreiber Score zu eröffnen. Diese solle verkehrsgünstig in Schortens errichtet werden. Die Beschaffung von insgesamt 152 Bussen mit alternativem Antrieb bei der DB Regio Bus Nord wird mit insgesamt 16,5 Millionen Euro durch das Bundesverkehrsministerium gefördert.
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Illustration der Cleanergy-Pilotanlage unweit Walvis Bay, Namibia. © Cleanergy
(Namibia) Der US-Hersteller von Elektrolyseuren Plug Power Inc. installiert fünf Megawatt seines GenEco-PEM-Elektrolyseurs mit Cleanergy Solutions Namibia. Es sei Afrikas „erste vollständig integrierte grüne Wasserstoffanlage“, so das Unternehmen. Die Anlage bei Walvis Bay an der Westküste des Landes verbinde solarbetriebene Wasserstoffproduktion, öffentliche Tankstellen und unterstützende Infrastruktur. Der Solarpark habe eine installierte Leistung von fünf Megawatt und sei mit einem 5,9 Megawattstunden fassenden Batteriespeicher verbunden, sodass der Wasserstoff netzunabhängig produziert werde. Der Energieträger werde für verschiedene lokale Anwendungen verwendet, unter anderem in Namibias Hafen-, Bergbau- und Transportsektor, aber auch im Straßen- und Schienenverkehr. Cleanergy Solutions Namibia ist ein Joint Venture des namibischen Unternehmens Ohlthaver & List Group, das den Solarstrom zur Verfügung stellt, und dem belgischen Cleantech-Unternehmen CMB.TECH für nachhaltige Energielösungen. Im November 2023 hatte die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) verkündet, dass sie sich an einer Kooperation in Walvis Bay zur Erforschung einer Wasserstoffproduktionsanlage sowie einer Tankstelle beteiligt.
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iStock / © Danil Melekhin




