Indien: Investitionen von will 92 Milliarden Dollar in grünen Wasserstoff geplant +++ Österreich: Wirtschaftsministerium befragt noch bis 5. September Unternehmen zur EU-Wasserstoffauktion +++ Südkorea: Hyundai setzt weiterhin auf Pkw-Wasserstoffantrieb +++ Schweden: Metacon schließt Lieferung von 50 MW Elektrolyseure an Motor Oil Hellas ab +++ Deutschland: ABO Energy und ITM Power vereinbaren Zusammenarbeit +++ Deutschland: H2PopUpLab in Gelsenkirchen +++ Finnland: Asahi Kasei liefert Elektrolyseur an Cefmof-Wasserstofftankstelle +++ Deutschland: TU Braunschweig bekommt Forschungsplattform für Wasserstofftechnologien +++ USA: Oracle setzt auf Brennstoffzellen bei KI-Rechenzentren +++ Deutschland: Vier Infrastrukturunternehmen aus der Rhein-Ruhr-Region bündeln Wasserstoffkompetenzen +++ China: 1.000 Gigawatt installierte Solarleistung geknackt
Eine Auswahl von PtX-Themen zum Wochenabschluss zusammengefasst
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Die „National Green Hydrogen Mission“ soll das Land zu einem weltweit führenden Hersteller und Lieferanten von grünem Wasserstoff machen. © India Gov
(Indien) Indien will 92 Milliarden Dollar in grünen Wasserstoff investieren und damit eine halbe Million Arbeitsplätze schaffen. „Wir wollen Indien nicht nur zu einem wichtigen Produzenten, sondern auch zu einer globalen Drehscheibe für den Export von grünem Wasserstoff machen“, zitiert die „South China Morning Post“ (SCMP) Shripad Naik, Staatsminister für Strom und neue und erneuerbare Energien. Im Rahmen seiner „National Green Hydrogen Mission“, die 2023 ins Leben gerufen wurde, wolle das Land wie berichtet bis 2030 zehn Prozent des Weltmarktes erobern und jährlich fünf Millionen Tonnen Wasserstoff produzieren, so das Blatt aus Hongkong. Damit sollen Importe fossiler Brennstoffe um elf Milliarden Dollar sowie die Kohlenstoffemissionen um 50 Millionen Tonnen pro Jahr reduziert werden. Den Angaben zufolge seien bereits Aufträge für Elektrolyseure mit einer Leistung von 3.000 Megawatt sowie eine Produktionskapazität von 862.000 Tonnen vergeben worden. Ein jüngst veröffentlichter Bericht von Ernest Young prognostiziere dem Land eine Produktionskostensenkung bei grünem Wasserstoff bis 2030 um etwa 40 Prozent auf 3,00 bis 3,75 Dollar pro Kilogramm. Weltweit werde der Wasserstoffmarkt von 8,8 Milliarden Dollar im Jahr 2024 auf fast 200 Milliarden Dollar im Jahr 2034 wachsen. Indiens Exporte von grünem Wasserstoff könnten in den nächsten zehn Jahren jährlich drei bis fünf Milliarden Dollar erreichen, so die Zeitung.
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Das österreichische Wirtschaftsministerium befragt Unternehmen zu den Erfahrungen mit den Auktionen der Wasserstoffbank. © Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET)
(Österreich): Das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) hat eine Befragung zu den Fördermodalitäten der dritten Auktion der Europäischen Wasserstoffbank gestartet. Das BMWET möchte die Erfahrungen von österreichischen Unternehmen zur vorangegangenen zweiten Auktion, zum nationalen Fördersystem sowie zum gesamten Ablauf analysieren, um die Erkenntnisse zur Optimierung künftiger Förderinstrumente auf europäischer wie auf nationaler Ebene zu nutzen. Der Fragebogen der Österreichischen Energieagentur beanspruche etwa 15 Minuten, die Ergebnisse würden ausschließlich in anonymisierter Form veröffentlicht. Die Befragung erfolgt online über die EUSurvey-Website der Europäischen Kommission und endet am 5. September 2025.
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Hyundai bekräftigt beim Ministertreffen der APEC-Staaten die Wasserstoffambitionen des Konzern und stellte den Beamten 32 Dienstfahrzeuge des Typs Nexus FCEV zur Verfügung. © Hyundai Motor Group
(Südkorea) Die Hyundai Motor Group setzt weiterhin auf mit Brennstoffzellen betriebene Fahrzeuge. Dies bekräftigte der Konzern auf der 16. Ministerkonferenz für saubere Energie (Clean Energy Ministerial, CEM16) in Busan und betonte die Notwendigkeit der Zusammenarbeit von Politik und Industrie, „um die Energiewende zu beschleunigen“. Wasserstoff spiele „eine zentrale Rolle bei der Verbesserung der Energieresilienz und der Förderung industrieller Innovationen“, sagte Ken Ramirez, Head of Energy & Hydrogen Business Division. Hyundai betätigte sich als Sponsor auf der CEM16 sowie des dort im Rahmen der Asia-Pacific Economic Cooperation (APEC) stattfindenden Treffens der Energieminister und stellte 32 mit Brennstoffzellen angetriebene SUV des Typs „Nexus“ als offizielles Transportmittel für Beamte auf Ministerebene zur Verfügung.
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Metacon hat an die Motor-Oil-Raffinerie in Korinth Elektrolyseure mit einer Leistung von 50 MW ausgeliefert. © Motor Oil Group
(Schweden) Elektrolyseurhersteller Metacon AB hat die Lieferung von zehn Elektrolyseuren à fünf Megawatt (MW) an Motor Oil (Hellas) Corinth Refineries S.A. für dessen Raffinerie in Korinth abgeschlossen und eine dafür vorgesehene Zahlung von 14,9 Millionen Euro erhalten. Die Arbeiten an und die Auslieferung von weiterem Equipment gehe planmäßig voran. Den Vertrag zur Lieferung von Elektrolyseuren mit einer Leistung von zunächst 30 MW hatten die Unternehmen im August 2024 geschlossen (wir berichteten). Seinerzeit wurde bereits eine Ergänzung um 20 MW angekündigt, die im März 2025 vertraglich gesichert wurde. Metacon entwickelt und produziert Energiesysteme für die Herstellung von grünem Wasserstoff, komplette Elektrolyseanlagen sowie Tankstellen. Die aus 92 Einzelunternehmen bestehende Motor Oil Group hat Niederlassungen in acht Ländern, vermarktet Erdölprodukte und betreibt 1.500 Tankstellen in Griechenland und im Ausland. Die Raffinerie in Korinth ist den Angaben zufolge eine der größten des Landes. Metacon hat seit Anfang 2024 das exklusive Rechte für eine Reihe europäischer Länder zur Herstellung kompletter Elektrolyseanlagen auf der Grundlage der Technologie der chinesischen PERIC Hydrogen Technologies Co., Ltd für alkalische Elektrolysemodule.
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Wollen gemeinsam Kunden für Elektrolyseure gewinnen (v.l.): Abo Energy CEO Karsten Schlageter und Dennis Schulz, CEO von ITM Power. © ITM Power plc
(Deutschland) Die ABO Energy GmbH & Co. KGaA und der britische Entwickler von PEM-Elektrolyseuren ITM Power plc wollen zusammenarbeiten. Die Partnerschaft läuft über die neue ITM-Tochter Hydropulse. Das Geschäftsmodell „Build-Own-Operate“ umfasst die Installation und den Betrieb von Elektrolyseuren. Dabei bringe ABO Energy Kontakte zu potenziellen industriellen Abnehmern grünen Wasserstoffs, internationale Entwicklungserfahrung und Wasserstoffprojekte in die Partnerschaft ein, Hydropulse die Expertise beim Bau und Betrieb modularer containerisierter Produktionsanlagen. Ziel ist das Angebot von „Hydrogen-as-a-Service“ und „Infrastructure-as-a-Service“ über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Die Unternehmen werden dazu Wasserstoffproduktionsanlagen an oder in der Nähe von Verbrauchsstandorten entwickeln. Dazu gehören Genehmigungen, Stromversorgung, Engineering, Bau und Betrieb. Hydropulse wird die Anlagen bauen, besitzen und betreiben, während ABO Energy die Energieversorgung und Entwicklung übernehmen wird. Der Schwerpunkt liege in Europa, mit besonderem Fokus auf Spanien und Finnland, wo niedrige Strompreise die Produktion von grünem Wasserstoff besonders attraktiv machten.
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Das bis Dezember geöffnete H2PopUpLab bietet anschaulich Experimente und Informationen rund um das Thema Wasserstoff. © Westfälische Hochschule / IAT
(Deutschland) In Gelsenkirchen können im „H2PopUpLab“ Besucher bis Anfang Dezember 2025 auf rund 500 Quadratmetern populärwissenschaftliche Experimente durchführen, an Workshops teilnehmen und sich über Wasserstoff sowie die Energiewende informieren. Dazu gibt es unter anderem eine Ausstellungsfläche mit wechselnden Angeboten und einen Co-Working-Bereich. Der Standort in der Innenstadt sei als „Mitmachlabor“ konzipiert und lade Bürger ein zum Dialog über Wasserstoffthemen. Beteiligt sind die Westfälische Hochschule, das Institut Arbeit und Technik (IAT) sowie die Wissenschaftspark Gelsenkirchen Projekte gGmbH. Das H2PopUpLab plant unter anderem Veranstaltungen der IHK, Kinder- und Jugendworkshops sowie Tagungen und Angebote aus Wissenschaft und Wirtschaft (Bahnhofstraße 69, dienstags bis samstags von 11 bis 18 Uhr; Kontakt für eigene Ideen und Veranstaltungen: Jan Ole Diekmann, diekmann@iat.eu).
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Asahi Kaseis Container-Elektrolyseur „Aqualyzer C3“. © Cefmof
(Finnland) Die Central Finland Mobility Foundation (Cefmof) will in Jyväskylä neben der sich im Bau befindenden Wasserstofftankstelle einen Elektrolyseur von Asahi Kasei aufstellen. Der containerisierte modulare Aufbau ermögliche eine flexible Erweiterung der Produktionskapazität entsprechend dem Wachstum des Wasserstoffbedarfs. Die Einheit sei in der Lage, pro Stunde Wasserstoff zur Betankung von drei Brennstoffzellen-Pkw (FCV) herzustellen. Die Installation soll Ende 2025 beginnen, die Inbetriebnahme ist für die ersten Hälfte des Jahres 2026 vorgesehen. Die neue Produktionseinheit basiert auf dem Modell der lokalen Produktion von Wasserstoff und dessen Nutzung in derselben Region. Der Energieträger werde auch für wasserstoffbetriebene Busse in Jyväskyl verwendet. Cefmof gehört eigenen Angaben zufolge zu den ersten Unternehmen in Finnland, die ein containerisiertes alkalisches Elektrolyseursystem für die Wasserstoffproduktion in dieser Größenordnung einsetzen. Es wurde von der Stadt Jyväskylä, dem Toyota Gazoo Racing World Rally Team und der Toyota Mobility Foundation gegründet und soll die Entwicklung einer nachhaltigen Mobilität und Stadtplanung durch die Nutzung von grünem Wasserstoff beschleunigen.
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Das Projekt „H2-Inffra“ bekommt Fördermittel (v.l.): Sabrina Zellmer (stellv. Leitung am Fraunhofer IST und Professorin für Batterie- und Brennstoffzellen-Prozesstechnik an der TU Braunschweig), Angela Ittel (Präsidentin der TU Braunschweig), Michael Heere (Projektleiter, TU Braunschweig), Falko Mohrs (niedersächsischer Wissenschaftsminister) und Thomas Vietor (Sprecher des NFF, TU Braunschweig). © NFF / Hobrecht-Kettner
(Deutschland) An der TU Braunschweig entsteht eine Forschungsplattform für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien, genannt „H2-Inffra“. Ziel sei „der umfassende Ausbau einer Wasserstoffinfrastruktur zur Unterstützung sowohl grundlagen- als auch anwendungsorientierter Forschung im Bereich der Energiespeicherung und der Antriebe“. Der niedersächsische Wissenschaftsminister Falko Mohrs hat der Uni und dem Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST jetzt einen Förderbescheid über insgesamt rund 4,3 Millionen Euro übergeben, davon vier Millionen Euro für die TU und über 300.000 Euro für das Fraunhofer IST. Beide Einrichtungen nutzen gemeinsam die Infrastruktur des Niedersächsischen Forschungszentrums Fahrzeugtechnik (NFF) am Research Airport Braunschweig und forschen an Technologien für die effizientere Nutzung, Verteilung und Speicherung von Wasserstoff. Bislang wurden am NFF Brennstoffzellen mit maximal zwei Kilowatt Leistung getestet. Innerhalb von drei Jahren sollen die Teststände Antriebsstärken von fünf bis zu 200 Kilowatt ermöglichen. Das Projekt „H2-Infrastruktur am NFF – H2-Inffra“ läuft bis Ende 2027.
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Oracle setzt zur stabilen Stromversorgung von Rechenzentrum auf Elektrolyseure von Bloom Energy. © Bloom Energy Inc.
(USA) Die Bloom Energy Inc. soll eigenen Angaben zufolge seine Brennstoffzellentechnologie in ausgewählten Rechenzentren der Oracle Cloud Infrastructure (OCI) in den USA einsetzen. „Kunden erwarten, dass ihre KI-Anwendungen mit Höchstleistung laufen“, sagt Mahesh Thiagarajan, Executive Vice President, Oracle Cloud Infrastructure. Die Brennstoffzellentechnologie ergänze das Energieportfolio von OCI und unterstütze die KI-Infrastruktur „mit zuverlässiger, sauberer Energie, die schnell bereitgestellt und einfach skaliert werden kann“. Die stabilen grundlastfähigen Anlagen benötigten keine gesonderten Stromtrassen und ließen sich aufgrund ihrer modularen Struktur vor Ort innerhalb von 90 Tagen errichten. Oracle geht damit einen anderen Weg als die Konkurrenten, die zur Energieversorgung teils auf neue Mini-Atomkraftwerke (SMR) setzen – die es aktuell indes kommerziell noch gar nicht gibt.
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Geschäftsführung und Gesellschafter der HydrogenXpertise GmbH: Vier Unternehmen aus dem Sektor Infrastruktur nutzen das Joint Venture künftig für Entwicklungen, Beratungen und Lobbyarbeit in Sachen Wasserstoff. © Rheinenergie AG / Ralph Kruppa
(Deutschland) Vier Unternehmen aus der Rhein-Ruhr-Region wollen „ihre Kompetenzen beim Thema Wasserstoff“ bündeln. Einer aktuellen Mitteilung zufolge haben die Duisburger Hafen AG, die Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV), die Rheinenergie AG aus Köln und die Westenergie AG aus Essen gemeinsam die HydrogenXpertise GmbH gegründet. Es wird zwar der Eindruck vermittelt, diese sei „neu“, Gründungsjahr war indes laut Website bereits 2024. Das Unternehmen mit Sitz in Duisburg (Nordrhein-Westfalen) will sich „auf die Entwicklung neuer Geschäftsfelder und strategischer Beratungslösungen im Bereich Wasserstoff“ konzentrieren. Dazu sollen Analysen und Konzepte erstellt und „Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette“ begleitet werden. Im Mittelpunkt stünden „Beratungsleistungen, die auf die individuellen Anforderungen unserer Kunden zugeschnitten sind“. Die vier Unternehmen tragen die Gesellschaft zu gleichen Teilen. Geschäftsführer sind Moritz Voormann (Westenergie) und Ulrich Daamen (DVV).
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PV-Kraftwerk in Gonghe, Provinz Qinghai, China mit einer installierten Leistung von 2,2 Gigawatt. Es wurden sieben Millionen Module verbaut mit Invertern von Huawei. © Huawei Technologie
(China) China überschreitet als erstes Land der Welt die Marke von 1.000 Gigawatt (GW) installierter Solarstromleistung. Dies berichtet das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) unter Berufung auf „China Daily“. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres kamen demnach 210 GW hinzu, was die Photovoltaikleistung auf 1.100 GW katapultiert; in den USA waren Ende 2024 insgesamt rund 178 MW und in Deutschland rund 100 MW installiert. Laut IWR rechnet der staatliche China Electricity Council (CEC) für die 15. Fünfjahresplanung (2026-2030) mit einer jährlichen Zubaurate von 200 bis 300 GW an erneuerbarer Energieleistung. Für das Gesamtjahr 2025 seien über 500 GW neue Erzeugungsleistung vorgesehen, davon rund 400 GW aus erneuerbaren Energien. Insgesamt werde die installierte Kraftwerksleistung in China bis Ende 2025 auf rund 3,9 Terawatt (3.900 GW) steigen, davon 1.300 GW Photovoltaik, so das IWR. „Allein der 2025 in China produzierte Solarstrom erreicht bereits etwa die Hälfte der Jahresstromerzeugung aller weltweit betriebenen Atomkraftwerke,“ so IWR-Chef Norbert Allnoch.
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